Telemedicus

, von

Zoff im Beck-Blog

„Die Mutter aller Blawgs“ soll das Beck-Blog sein – zumindest meinen das jene 38 Teilnehmer, die bei einer Abstimmung auf Jurabilis mit „Ja“ gestimmt haben. Jedenfalls was kontroverse Themen angeht, hat sich das Beck-Blog nun voll in die Ränge der juristischen Blogosphäre eingereiht.
Erwartungsgemäß zieht ein Streit auf dem Beck-Blog aber weitere Kreise als gewöhnlich. Der Streit dreht sich um Urheberrecht in der digitalen Welt, einen offenen Brief der Musikindustrie – und einen noch offeneren Blog-Eintrag, den der Beck-Blogger Prof. Hoeren verfasst hat. Unter dem Titel „Was mich ärgert: Der offene Brief der Musikindustrie“ schrieb Prof. Hoeren unter anderem folgendes:

Ich habe langsam die Nase von den Frechheiten der Musikindustrie voll. Undifferenziert wird auf Nutzer und TK-Industrie eingeschlagen. Falsche Zahlen (70% der TK-Nutzung seien illegaler P2P-Verkehr) werden kombiniert mit schrägen Vergleichen gerade mit dem Zensurland China und dubiose Zitate just von Mark Getty (“Geistiges Eigentum sei das Öl des 21. Jahrhunderts“). Die eigenen Haussklaven werden als Unterzeichner vorgeschickt und instrumentalisiert, statt sich mal zu fragen, ob man nicht als Musikindustrie angemessene Salärs an Kreative zahlt.

Diese Aussage produzierte Widerspruch. 95 Antworten zählt die Kommentarspalte in der Zwischenzeit, zu den Kommentatoren zählt auch Stefan Michalk, Geschäftsführer des Bundesverband Musikindustrie. In der Zwischenzeit hat der Streit auch in der nichtjuristischen Blogosphäre Beachtung gefunden. Nun hat Prof. Hoeren dem Internetmagazin „Jetzt.de“ ein Interview gegeben:

Genau darum geht es mir, um den Unterschied zwischen den Kreativen einerseits und den Verwertern andererseits. Gerade die Musikindustrie ist dafür bekannt, dass sie durch so genannte Rechte-Buy-Out-Verträge den Künstlern sämtliche Rechte wegnimmt und auf sich übertragen lässt. Deshalb hat die Musikindustrie, unter dem Vorwand sich für die Künstler einzusetzen, nur ihren eigenen Vorteil im Sinn. Das nannte ein Kollege von mir – der frühere Chef des Max-Planck-Instituts – mal den Wandel des Urheberrechts zu einem reinen Wirtschaftsrechts der Verwerter.

Zum Interview.

Zum Eintrag im Beck-Blog.

  • Dr. Simon Assion ist Mitgründer von Telemedicus und Rechtsanwalt bei Bird&Bird.

, Telemedicus v. 03.05.2008, https://tlmd.in/a/778

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Newsletter

In Kooperation mit

Kommunikation & Recht

Hosting

Domainfactory