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Neue Verbraucher-Portale erklären das Internet

Am Mittwoch wurden sie von Verbraucherschutzministerin Aigner eingeweiht, die zwei neuen Verbraucher-Portale. Die Seiten sollen Verbraucher über sichere Internetnutzung und den Zugang zu digitalen Inhalten informieren. Die meisten kennen sich heute zwar im Internet aus, aber selbst regelmäßige Internetnutzer wissen nicht immer, wie man auch sicher surft. Wir haben uns die beiden Portale angeschaut und stellen sie hier vor.
www.surfer-haben-rechte.de

Das eine Portal nennt sich „Surfer haben Rechte” und ist ein Online-Ratgeber vom „vzbv”, dem Bundesverband der Verbraucherzentralen. Sehr einfach und anschaulich werden hier verschiedene Angebote wie Soziale Netzwerke, Suchmaschinen oder Auktionen erklärt. Es geht nicht nur darum, welche Dienste hier offeriert werden. Dargestellt ist auch, wie diese funktionieren, welche Probleme sich für Verbraucher ergeben können und wie man als Verbraucher mit den Tricksereien der Online-Geschäftemacher umgeht. Außerdem gibt es Informationen zu vier Rechtsgebieten: dem Datenschutz-, dem Jugendschutz-, dem Urheber- und dem Vertragsrecht.

Die Texterklärungen sind meist kurz gefasst, manchmal lassen sich ergänzende Informationen manuell aufklappen. So werden weitergehende, nützliche Informationen bereit gehalten, aber nur für diejenigen, die es interessiert. Praktisch ist auch, dass man so auf der gleichen Seite bleibt – ohne Störung des Leseflusses kann nach der Zusatzinfo gleich im Text weitergelesen werden. Die verschiedenen Texte sind anschaulich durch kleine Bildersymbole, die z.B. „Vorsicht!” oder „Datenschutz” bedeuten, gegliedert. Hilfreich sind sog. „Checklisten”, die auf einer DIN A4 Seite im PDF-Format die wichtigsten Informationen zum Ausdrucken und Abhaken bereitstellen.

Die Nachteile der Seite: Obwohl sich die Macher erkennbar um Übersichtlichkeit bemüht haben, wirkt das Portal vor allem auf der Startseite etwas überladen. Die vielen kleinen Textfelder könnten Erstbesucher erschlagen. Ein weiteres Manko ist, dass der verbraucherschutzrechtliche Dauerbrenner, Vertrags- und Abofallen, nur am Rande erwähnt wird. Eine eigene Rubrik findet sich hierzu nicht.

www.verbraucher-sicher-online.de

Das zweite Portal heißt „Verbraucher sicher online” und ist ein Projekt der Technischen Universität Berlin. Der Focus von „Verbaucher sicher online” ist weiter als von „Surfer haben Rechte”: Es geht weniger um Recht und Rechte und auch nicht nur ums Internet, sondern vielmehr um die sichere Computernutzung im Allgemeinen. Die Ober-Themen lauten deshalb „Sicher online”, „Meine Daten sichern”, „Computer absichern”, „Digitale Inhalte nutzen” und „Barrierefreiheit”.

Die Texte hier sind deutlich länger und ausführlicher, als beim Partnerprojekt. Darunter leidet teilweise auch die Übersichtlichkeit und Verständlichkeit. Gerade bei schwierigen Themen, die eine Menge komplizierter Fachwörter in sich birgen, könnte eine Auflockerung durch Bilder und Gliederungen den unbedarften Leser bei Laune halten. Gut sind hingegen die weiterführenden Links am Ende des Textes, die zusätzliche Informationsmöglichkeiten an die Hand geben. Die Auswahl ist zwar manchmal ziemlich groß, dank aussagekräftiger Überschriften kann man den passenden Link aber leicht finden.

Die Initiatoren von „Verbraucher sicher online” haben außerdem eine „Anleitungen-Seite” gestaltet. Hier kann man sich Anleitungen zu verschiedenen Anwendungen holen, passend zum eigenen Betriebssystem. Es wird zum Beispiel erklärt, wie man ein Passwort einrichtet und warum es regelmäßig geändert werden sollte. Teilweise gibt es Powerpoint-Präsentationen oder Videos, die anhand von Bildern Schritt für Schritt zeigen, wie das geht. Wer den Weg bis hierher geschafft und das passende Video zu seinem Betriebssystem gefunden und umgesetzt hat, der kann sich erstmal sicher im Internet fühlen.

„Surfer haben Rechte”.

„Verbraucher sicher online”.

, Telemedicus v. 28.08.2009, https://tlmd.in/a/1464

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