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Medienkritik: Die Inszenierung eines Todes

Ein prominenter Profifußballer nimmt sich das Leben und öffentliche Aufmerksamkeit und Trauer sind groß. Der Freitod ist Schlagzeile auf Seite 1 beinahe jeder deutschen Zeitung und findet Erwähnung in Fernseh- und Radionachrichten. Verantwortungslos sei das, meinen Psychologen und Soziologen und sprechen vom „Werther-Effekt”. Jens Berger übt beim Spiegelfechter harsche Medienkritik – wie immer lesenswert und fundiert.

Ob und in welcher Art die Medien eine Mitverantwortung für solche Folgetaten tragen, ist schwer zu beantworten. In Wien gibt es seit über 10 Jahren ein „Gentlemen´s-Agreement“ zwischen den lokalen Medien und den Wiener Verkehrsbetrieben. Seit nicht mehr über Suizide in der Wiener U-Bahn berichtet wird, ist die Zahl der Selbstmorde um rund 50% gesunken. Auch im Pressekodex des deutschen Presserats verpflichten sich die Printmedien zu einer „zurückhaltenden Berichterstattung“ bei Suiziden – wenn das öffentliche Interesse an einem solchen Fall allerdings auch eine wirtschaftliche Komponente beinhaltet, gelten derlei hochmoralische Schwüre in der modernen Presselandschaft allerdings offensichtlich nicht mehr.

Der ganze Artikel „Der Freitod eines Torwarts und die Ethik” beim Spiegelfechter.

, Telemedicus v. 12.11.2009, https://tlmd.in/a/1565

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