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Jusmeum: Suchmaschine und Jura-Netzwerk

Über Ostern hat das neue Portal „Jusmeum” das Licht der Welt erblickt. Neben einer Suchmaschine für juristische Inhalte bieten die Macher ein Social Network speziell für Juristen. Das Ziel: Juristische Inhalte und Kontakte sollen an einer Stelle im Netz gebündelt werden. Im geschlossenen Beta-Test sollen jetzt alle vorhandenen Features ausprobiert und auf ihre Praxistauglichkeit getestet werden.

Wer braucht’s?

Die Startbedingungen für Jusmeum sind nicht ideal: Mit der Beck Community und der juristischen Suche kjur sind bereits zwei „early mover” am Markt positioniert. Und die Verzahnung von Suchmaschine und Comminty ist als Alleinstellungsmerkmal auch nicht sonderlich überzeugend.

Andererseits braucht es nicht immer die große originelle Idee, um ein Internetprojekt erfolgreich zu machen. Google, Amazon, StudiVZ und viele andere leben nach wie vor ganz gut davon, eine bestehende Idee aufgegriffen und optimiert zu haben. Viel hängt eben auch von der konkreten Umsetzung ab.

Und der erste Eindruck spricht in dieser Hinsicht für Jusmeum: Die Oberfläche ist deutlich übersichtlicher als bei der Beck Community, die Suchergebnisse hilfreicher als bei kjur. Auch wenn Jusmeum keine Konkurrenz zu den großen Netzwerken wie Xing oder Facebook werden kann, gibt es dennoch auch hier handfeste Vorteile: Die Plattform ist offen und die Kommunikationsmöglichkeiten vielfältiger als bei Xing und die Datenschutzbestimmungen sind nutzerfreundlicher als bei Facebook (auch wenn einige wichtige Datenschutz-Features erst in den nächsten Wochen implementiert werden sollen).

Perspektiven

Dennoch wird es natürlich schwer, sich auf dem übersättigten Markt der Social Networks durchzusetzen. Entscheidend wird hier sein, ob Jusmeum die kritische Masse an Nutzern erreichen kann, die es für eine Vernetzung von Kontakten braucht. Insofern ist die Verzahnung mit der Suchmaschine keine schlechte Idee: Wenn die Suche gute Recherchemöglichkeiten und in Kombination mit der Community sinnvolle Zusatzfunktionen bietet, könnte das der entscheidende Anreiz sein, sich auch dann zu registrieren, wenn man eigentlich keinen Bedarf an zusätzlicher sozialer Vernetzung hat.

Bei aller Skepsis, die in Anbetracht der starken und vor allem vielfältigen Konkurrenz angebracht ist, liegt in dem Projekt auch eine Chance: Denn Jusmeum kann sich nur durch Qualität durchsetzen. Der Fokus wird deshalb auf sinnvollen und hilfreichen Funktionen liegen müssen. Und davon profitieren vor allem die Nutzer.

Außerdem bietet Jusmeum mit dem geschlossenen Beta-Betrieb die Möglichkeit, noch auf die Entwicklung des Projektes Einfluss zu nehmen. Eine gute Gelegenheit, nicht nur dem jungen Team zu helfen, sondern auch seine eigenen Vorstellungen von einem praktischen Social Network an geeigneter Stelle loszuwerden.

Wer an dem Beta-Test teilnehmen möchte, kann sich hier in den Kommentaren oder per E-Mail melden, wir haben mindestens fünf Einladungs-Codes zu vergeben.

Zu Jusmeum.

  • Adrian Schneider ist Mitbegründer, Vorstand und Hausnerd von Telemedicus sowie Rechtsanwalt bei Osborne Clarke in Köln.

, Telemedicus v. 06.04.2010, https://tlmd.in/a/1697

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