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Jugendschutz gegen Meinungsfreiheit?

Der „JusProg e.V.” ist ein Verein, der sich den Jugendschutz auf die Fahnen geschrieben hat. Bei der KJM, der Kommission für Jugendmedienschutz, nimmt „JusProg” an einem Modellversuch teil, um „technische Möglichkeiten zur Gewährleistung des Jugendschutzes zu erproben”. Der Verein scheint jedoch wenig damit beschäftigt zu sein gewalttätige oder sexuelle Inhalte im Netz aufzudecken. Vor allem politische Seiten werden als jugendgefährdend eingestuft. Verwunderlich ist dies nicht: Denn hinter „JusProg” stehen zwei der größten deutschen Internet-Erotikanbieter. Jens Berger hat sich des Themas angenommen und zwei interessante Hintergrundartikel hierzu geschrieben:

Anders als bei Blogs und alternativen Medien drücken die selbsternannten Jugendschützer bei etablierten Medien auch schon mal gerne beide Augen zu. Bis auf die „jugendgefährdende“ TAZ gelten dort alle Online-Ableger größerer Tages- oder Wochenzeitungen und Zeitschriften als unbedenklich. Auch der Online-Ableger der BILD-Zeitung stellt samt seiner „Erotik-Seiten“ für die Jugendschützer kein Problem dar, obgleich dort in Bild, Film und Text sexueller Content angeboten wird, der eine Einordnung nach FSK 16 gebieten würde. Ob dies daran liegt, dass Bild.de zu den Unterstützern des Vereins gehört? Der Bildblog, der Fehler von BILD und anderen korrigiert, ist jedenfalls nach Meinung von JusProg wesentlich jugendgefährdender als die BILD selbst – er wurde mit der Einschränkung „ab 16 Jahren“ gelabelt.

Zu dem Artikel beim Spiegelfechter und zu dem Artikel bei Telepolis.

, Telemedicus v. 29.05.2009, https://tlmd.in/a/1335

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