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IPTV

IPTV steht für Internet Protocol Television und bezeichnet die Übertragung von Film- und Videoinhalten im Fernsehformat über das Internet.
Der Begriff umfasst sowohl Abrufdienste (VoD) als auch die lineare Übertragung. Die Verbreitung von Videoinhalten über das World Wide Web, wie zum Beispiel YouTube, fällt hingegen üblicherweise nicht unter den Begriff des IPTV, sondern wird als Internet-TV bezeichnet.

Der wichtigste Vorteil von IPTV im Vergleich zu herkömmlichem Fernsehen ist die Möglichkeit des Rückkanals. Mit dieser Technik können nicht nur Daten vom Sendeunternehmen zum Zuschauer gesendet werden, sondern der Zuschauer hat auch die Möglichkeit, Daten zum Sender zu übermitteln. Das bedeutet, dass der Zuschauer bei IPTV nicht nur konsumieren kann, sondern auch die Möglichkeit zur Interaktion hat.

Aus diesem Grund fällt auch nicht nur die Übermittlung von reinen Videoinhalten unter den Begriff des IPTV. Denn mit dieser Technik ist es möglich, beliebige Inhalte mit dem Fernsehprogramm zu kombinieren, wie etwa Fotos, Texte oder Musikclips.

IPTV stellt auch das deutsche Recht vor zahlreiche Probleme. So verändert IPTV viele Prinzipien, auf denen das Rundfunkrecht bisher aufgebaut ist. Mit der Übertragung des Fernsehens über das Internet erübrigt sich zum Beispiel das Problem der Frequenzknappheit: bei IPTV müssen keine Frequenzen vergeben werden und es sind unendlich viele Senderplätze verfügbar.
Und auch die Probleme der staatlichen Grundversorgung, der Meinungsvielfalt und Medienkonzentration könnten sich mit IPTV langfristig erledigen. Denn mit der Internetübertragung fallen enorme Sendekosten und Investitionen für Infrastruktur weg, sodass auch kleinere Sender, Kulturgruppen und Interessensgemeinschaften Inhalte senden können.

Darüber hinaus ist IPTV international: das Internet kennt keine Landesgrenzen.
Dadurch ergeben sich Probleme für die Kontrolle von Inhalten, wie etwa Jugendschutz und Werbevorschriften. Und auch Haftungsfragen müssen mit IPTV völlig neu überdacht werden.

Aktuelle Rechtsfragen des digitalen Fernsehens: IPTV, Triple Play und Video On Demand (PDF).

  • Adrian Schneider ist Mitbegründer, Vorstand und Hausnerd von Telemedicus sowie Rechtsanwalt bei Osborne Clarke in Köln.

, Telemedicus v. 25.04.2007, https://tlmd.in/a/162

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