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Google Knol: Missbrauch im Suchmaschinenmarkt?

Warum hat Google eigentlich keinen Ärger mit den Kartellbehörden? Das Unternehmen hält eine marktbeherrschende Stellung in mehreren Märkten, unter anderem dem Suchmaschinenmarkt. Dieser Markt ist vielen anderen Märkten im E-Commerce vorgelagert und deswegen kartellrechtlich hoch sensibel. Nichtsdestotrotz halten sich die Konflikte mit Bundeskartellamt, EU-Kommission und Federal Trade Commission bisher in Grenzen; im letzten Jahr durfte Google sogar den Werbevermarkter Doubleclick übernehmen.
Ein wesentlicher Grund für die Gnade der Kartellbehörden ist, dass Google bisher wenig Versuche unternommen hat, seine beherrschende Stellung auf dem Suchmaschinen-Markt zu Lasten anderer Wettbewerber auszunutzen. Seine Suchergebnisse gestaltete das Unternehmen bisher nichtdiskriminierend; dass Google eigene Projekte privilegiert hätte, ist nicht bekannt. Google ist schlecht beraten, wenn es diese Vorgehensweise nun ändert (§ 20 GWB, Art. 82 EGV).

Wenn man Gerüchten in der SEO-Szene glaubt, dann tut es das aber gerade, und zwar im Zusammenhang mit dem Start seines Wissens-Portals „Knol“:

Google is clearly favoring Knol content over content from older, more highly linked sites on the Web.

Ob diese Behauptung stimmt, ist allerdings fraglich. Spreeblick hat eine andere Erklärung:

Meiner Meinung nach eine ziemlich klare Sache, denn google.com selbst hat den höchstmöglichen Pagerank von 10 und somit wertet Google auch eine Subdomain wie knol.google.com sehr hoch.

Johnny Häusler bei Spreeblick zu Google Knol.

(via Basic Thinking)

  • Dr. Simon Assion ist Mitgründer von Telemedicus und Rechtsanwalt bei Bird&Bird.

, Telemedicus v. 30.07.2008, https://tlmd.in/a/920

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