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Finetunes mahnt last.fm ab

Das deutsche Unternehmen Finetunes hat die Musikplattform last.fm abgemahnt. Finetunes vertreibt Musikinhalte im Internet. Das Social-Network last.fm bietet Nutzern unter anderem Musikstücke als Live-Stream an – auch von Künstlern, die Verträge mit Finetunes haben. Allerdings ohne die notwendigen Lizenzen, so der Vorwurf.
Finetunes hat von den Labels namenhafter Künstler die Nutzungsrechte für die Vermarktung ihrer Stücke im Internet. Darunter sind zum Beispiel „Tomte“ oder „Die Ärzte“. Aber auch viele kleine Independent-Labels stehen bei Finetunes unter Vertrag. Bereits seit Jahren stand Finetunes mit last.fm in Kontakt, um über entsprechende Lizenzen für die Live-Streams bei last.fm zu verhandeln. Zu einer Einigung kam man aber nicht. Vor kurzem scheiterten die Verhandlungen dann entgültig. „Das Angebot war schlicht nicht akzeptabel“, erklärt Justiziar Tom Günther.

Trotzdem verwendete last.fm weiterhin Lieder von Finetunes-Bands – sowohl als kurze Vorschau, als auch vollständige Lieder. Ende letzter Woche ließ Finetunes last.fm deshalb abmahnen. In der Pressemeldung heißt es:

„Seit mehreren Jahren nutzt Last.fm […] die Musik des finetunes Kataloges für seine Streaming-Angebote, ohne jemals die hierfür erforderlichen Zustimmungen von finetunes und auch den Verwertungsgesellschaften eingeholt zu haben. Zwar kommuniziert Last.fm immer wieder, dass Verhandlungsgespräche mit diversen Lizenzgebern stattfinden – Verhandlungen zwischen finetunes und Last.fm sind jedoch wiederholt gescheitert. Vor diesem Hintergrund hat finetunes im Namen und im Auftrag einiger seiner Lizenzgeber rechtliche Schritte gegen Last.fm eingeleitet.“

Das Unternehmen betont jedoch, dass es grundsätzlich offen für alternative Vermarktungsmodelle im Internet sei. Dazu gehöre auch last.fm. Allerdings müssten die Rechteinhaber mit einbezogen werden, weshalb man sich jetzt gezwungen sehe, rechtlich gegen last.fm vorzugehen.

Bisher hat last.fm nicht auf die Abmahnung reagiert, auch eine Stellungnahme steht noch aus. Und auch auf der Plattform sind offenbar nach wie vor Musikstücke von Bands verfügbar, die bei Finetunes unter Vertrag stehen.

Zur Pressemeldung von Finetunes.

  • Adrian Schneider ist Mitbegründer, Vorstand und Hausnerd von Telemedicus sowie Rechtsanwalt bei Osborne Clarke in Köln.

, Telemedicus v. 10.09.2008, https://tlmd.in/a/964

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