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Die FAZ über Jurablogs

FAZ.NET schreibt über Jurablogs, insbesondere Verfassungsblogs. Zu der häufig gestellten Frage, warum die Blog-Kultur in US-Juristenkreisen so viel stärker ausgeprägt ist, schreibt die Autorin Katja Gelinsky wie folgt:

Gewiss spielt dabei eine Rolle, dass man sich hierzulande nicht mit der gleichen Geschwindigkeit und Unbefangenheit wie in den Vereinigten Staaten neue Kommunikationsinstrumente zunutze macht, schon gar nicht in der Jurisprudenz. Vor allem aber denken, arbeiten und diskutieren deutsche und amerikanische Verfassungsrechtler anders und in anderem gesellschaftlichen Kontext.

Amerikanischen Rechtsprofessoren bleibe mehr Zeit fürs Bloggen, da sie weniger Lehrverpflichtungen hätten und sich weniger um organisatorische Angelegenheiten kümmern müssten, sagen deutsche Staatsrechtler mit Amerika-Erfahrung wie Oliver Lepsius (Bayreuth) und Christoph Möllers (Humboldt-Universität, Berlin). Nun ist Zeitmanagement allerdings auch eine Sache von Prioritäten. Dass deutsche Rechtsprofessoren lieber an wissenschaftlichen Beiträgen feilen, als Blogkommentare zu schreiben, führen Möllers und Lepsius auf grundsätzliche Unterschiede des verfassungsrechtlichen Diskurses diesseits und jenseits des Atlantiks zurück.

Ein weiterer, häufig übersehener Punkt: In den USA ist schlicht die Menge an Personen, aus denen sich Autoren und Leser von Jurablogs rekrutieren, viel größer. Natürlich wird dort die kritische Masse, die für den Betrieb eines professionellen Blogs nötig, viel schneller überschritten.

Zum Beitrag bei FAZ.NET.

Zum US-amerikanischen SCOTUS-Blog.

Zum deutschen Verfassungsblog.

  • Dr. Simon Assion ist Mitgründer von Telemedicus und Rechtsanwalt bei Bird&Bird.

, Telemedicus v. 19.07.2010, https://tlmd.in/a/1815

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