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Chinas Internetzensur

Kampf um Wissen, Gehör und Transparenz

Die letzten ausländischen Berichterstatter in Tibet hat die Volksrepublik China gestern ausgewiesen. Bis zum letzten Moment blieben noch Korrespondenten der taz in Lhasa: Sie berichten in einem Tibet-Dossier unter anderem über Internetzensur in China. Mittels derer versucht die chinesische Regierung, die Geschehnisse in Tibet vor der eigenen Bevölkerung – immerhin der weltweit größten Internet-Population – und der Weltaufmerksamkeit zu vertuschen.
Viele Webseiten sind schlicht nicht aufrufbar:

Sucht man in der größten Suchmaschine des Landes, Baidu, nach dem Namen des Landes, tauchen keine Nachrichten auf. Und selbst wer unter Verwendung passender Suchbegriffe auf Treffer stößt, muss feststellen, dass die darunter liegenden Seiten plötzlich aus dem Netz verschwunden sind. Nicht dass die chinesischen User die Situation ignorieren würden: In dieser Woche war „Tibet“ immerhin in der Top 5 der bei Baidu am Tag eingetippten Suchbegriffe. Nur gefunden wird eben nichts – oder nur die von den Zensoren verordnete Propaganda.

Sofern das Internet von eigenem – chinesischem – Nutzen sein kann, wird es hingegen gerne genutzt:

Derweil wird mit den Mitteln des Internet aber auch der Hass geschürt: Erlaubt ist durchaus, die „tibetischen Separatisten“ in Online-Foren zu beschimpfen und ihre „Ausrottung“ zu fordern. Eine entsprechende Diskussionsgruppe auf dem Portal Sina erreichte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur „AFP“ fast 30.000 einzelne Postings mit zum Teil drastischen Aussagen.

Zu dem ausführlichen Artikel bei der taz: „Tibet? Kein Treffer.“

, Telemedicus v. 20.03.2008, https://tlmd.in/a/713

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