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Der Wettbewerb zwischen dem sozialen Netzwerk Facebook und seinem deutschen Konkurrenten StudiVZ wird nun vor Gericht ausgetragen. Facebook hat StudiVZ vor einem Gericht im kalifornischen San Jose verklagt, als Kopie das intellektuelle Eigentum von Facebook zu missbrauchen.

Weitere Informationen bei FAZ.net.

Update nach dem Klick:

Die Klage wird nicht in Deutschland geführt, sondern in Kalifornien. Beklagte sind offenbar sowohl die studiVZ ltd. mit Sitz in Berlin als auch die Mutterfirma Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Pikant ist der Hintergrund: Holtzbrinck und Facebook verhandeln bereits seit mehreren Monaten über eine Kooperation - zunächst wohl hauptsächlich vermittelt von den berühmten Business Angels Oliver, Alexander und Marc Samwer, die schon den StudiVZ-Start unterstützt hatten. Eine Einigung konnte jedoch nicht erzielt werden, Facebook startete daraufhin eine eigene deutschsprachige Seite. Gleichzeitig wechselten die Samwer-Brüder von StudiVZ zu Facebook und wurden in die illustre Runde der Facebook-Anteilseigner aufgenommen.

Die ersten Zahlen für Facebooks Deutschland-Start waren allerdings ziemlich ernüchternd. Sei es wegen der Netzwerkeffekte oder sei es wegen der Wechsel-Unlust der deutschen Studenten: Die Mehrzahl bleibt offensichtlich StudiVZ treu und hat vor, das auch in Zukunft zu tun.

Das lässt für die Klage von Facebook zwei Interpretationsmöglichkeiten: Entweder die US-Firma will nur weiteren Druck auf Holtzbrinck ausüben, um den deutschen Verlag zum Verkauf zu überreden - in diesem Fall müsste Holtzbrinck wohl in den sauren Apfel beißen und die teuer erworbenen StudiVZ-Anteile gegen Facebook-Aktien von unsicherem Wert eintauschen. Oder Facebook hat den Kuschelkurs endgültig aufgegeben und will StudiVZ nun auf die harte Tour übernehmen. Zumindest vor deutschem Recht wären die Chancen dafür nicht schlecht.

Weitere Information auch in der englischsprachigen FTD.
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