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Der Norddeutsche Rundfunk hat die Produktionsfirma von Stefan Raabs Sendung „TV Total“ auf über 500.000 EUR Schadensersatz verklagt. Raab habe in den vergangenen Jahren insgesamt mehr als 300 Ausschnitte aus NDR-Produktionen in bei „TV Total“ gezeigt. Bereits Ende 2007 hatte der BGH klargestellt, dass die Verwendung solcher kurzen Sequenzen das Urheberrecht der Produzenten verletzen kann.

Ob es jedoch auch in diesem Fall zu einem Urteil kommen wird, ist ungewiss. Nach Angaben der dpa habe der vorsitzende Richter am Landgericht München I am Donnerstag einen Vergleich angeregt. Raabs Produktionsfirma solle 130.000 EUR an den NDR zahlen, um einen langjährigen Rechtsstreit zu vermeiden. Der FOCUS berichtet:
„Das Gericht hat nach den Worten des Vorsitzenden Richters stichprobenartig geprüft, in wie vielen Fällen der NDR alleiniger Rechteinhaber der verwendeten Sequenzen ist, und kam auf 25 Prozent. Bei eingehender Prüfung sei mit einem jahrelangen Rechtsstreit durch die Instanzen zu rechnen, warnte Richter Konrad Retzer. Die Parteien haben Zeit bis Ende August, sich abseits der Verhandlung zu einigen. “

Anscheinend hat das Urteil des BGH zu „TV Total“ einen Stein ins Rollen gebracht. Das gesamte Sendekonzept von „TV Total“ könnte dadurch in Gefahr geraten. Allerdings stellte der BGH auch in Bezug auf ein früheres Urteil zur Sendung „Kalkofes Mattscheibe“ fest, dass Ausschnitte aus fremden Sendungen durchaus erlaubt sein können, wenn eine ausführliche inhaltliche Auseinandersetzung stattfinde. Zwar würden bei TV Total viele Ausschnitte nur „um ihrer selbst willen“ gezeigt und seien deshalb unzulässig. Durch vergleichsweise geringe Änderungen am Sendekonzept könnte das aber auch geändert werden, um das Ende von „TV Total“ abzuwenden.

FOCUS Online zum Verfahren vor dem LG München I.

Telemedicus ausführlich zum BGH-Urteil.
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Kommentare

* fernetpunker 12.07.2008 09:49
Ich gehöre nicht zu denen, die diese Sendung vermissten.
* Torsten Richter 13.07.2008 16:10
Merkwürdig finde ich ja, dass es dem NDR nach Jahren jetzt mal einfällt. Im Arbeitsrecht wäre dies jetzt eine betriebliche Übung.
Vermutlich ärgern sich die öffentlich-rechtlichen, dass die grenzenlose GEZ Gebühr nicht kommt. Dann müssen die Einnahmen halt woanders her.
* Adrian 13.07.2008 16:15
Ich vermute, dass das Urteil des BGH Auslöser war. Das stammt ja schon von Ende 2007, nur sind die Urteilsgründe erst letzte Woche veröffentlicht worden. Ich könnte mir vorstellen, dass der NDR seit Anfang des Jahres die Klage in der Schublade hatte und nur auf die Urteilsbegründung gewartet hat.

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