Telemedicus Logo
Weiterempfehlen Drucken

Das „Munich Intellectual Property Law Center“, kurz „MIPLC“, bietet einen LL.M.-Studiengang zum Intellectual Property Law an. Das Zentrum ist eine Kooperation zwischen dem Max Planck Institute for Intellectual Property, Competition and Tax Law, den Universitäten Augsburg und München und der George Washington University Law School in Washington, D.C.. An dem Aufbaustudiengang nehmen Studierende aus aller Welt teil. Verglichen mit den anderen in Deutschland angebotenen LL.M.-Programmen ist das Münchner Angebot jedoch nichts für einen knappen Geldbeutel.

Rechtsgebiete

Die Hauptrechtsgebiete des Studiengangs sind:

• Patentrecht
• Markenrecht
• „Designrecht“
• Europarecht
• Wettbewerbsrecht

Studienverlauf

Das Semester beginnt stets zum Wintersemester. Der Unterricht wird ausschließlich in englischer Sprache gehalten und ist in verschiedene Kurse aufgeteilt:

Einführungskurse: Hier wird ein Überblick über das Rechtsgebiet des Intellectual Property gegeben. Daneben wird das "Common Law"-System mit dem des "Civil Law" verglichen. Es erfolgt auch eine Einführung in "Legal Research and Writing", also vor allem die Recherche von (Präzedenz-)Urteilen und das Verfassen von juristischen Texten. Diese Kurse sind fakultativ.

Hauptkurse: In den Hauptkursen werden die oben genannten Rechtsgebiete, die um das Recht des "Geistigen Eigentums" kreisen, unterrichtet. Die hierin erlangten Noten zählen sehr gewichtig in der Endbewertung.

Spezialisierungskurse: Je nach Interesse können vertiefte Kenntnisse in bestimmten Rechtsgebieten erworben werden. Die Liste der angebotenen Fächer ist lang: Computerkriminalität, Computerrecht, das Entwerfen von Lizenzverträgen, Durchsetzung von Urheberrechten bzw. Copyright, Datenschutzrecht - um nur einige wählbare Gebiete zu nennen.

Wie in allem LL.M.-Studiengänge bedarf es einer Masterarbeit. Diese wird nach dem zweiten Semester geschrieben. Zudem muss ein vierwöchiges Praktikum im Bereich des "Intellectual Property Laws" absolviert werden.

Kosten

Die Studiengebühr beträgt 26.000 €. Sie wird in zwei Raten gezahlt, jeweils vor Beginn des Semesters. Innerhalb von 4 Wochen nach Benachrichtigung über die Zulassung zum Studium muss eine Anzahlung in Höhe von 2.000 € gezahlt werden. Zudem wird gemeinsam mit der ersten Gebührenrate eine Einschreibungsgebühr für die beiden Semester in Höhe von 253 € fällig. Für Studienmaterial, welches teilweise vom MIPLC gestellt wird, wird eine einmalige Kostenerstattung in Höhe von 450 € verlangt.

Studienvoraussetzungen

Vorausgesetzt wird ein Bachelor oder vergleichbarer Abschluss in Rechts- oder Wirtschaftswissenschaften, Naturwissenschaften, Ingenieurswissenschaften, Literatur- oder Medienwissenschaften oder im IT-Bereich. Außerdem müssen bereits ein Jahr lang praktische Erfahrungen im Bereich des Intellectual Property-Rechts oder des bereits absolvierten Studienfaches gesammelt worden sein. Hierzu zählen neben bezahlten Tätigkeiten auch Praktika oder das Referendariat. Darüber hinaus werden gute Englisch-Kenntnisse vorausgesetzt. Wer nicht Englisch als Muttersprache spricht, muss einen der üblichen Englischtests (TOEFL, IELTS, Cambridge CPE) mit einer gewissen Mindestpunktzahl ablegen.

Bewerbung

Die Bewerbungsfrist läuft jedes Jahr am 30. April ab. Bewerbungen dürfen ab Mitte November eingesendet werden. Es ist von Vorteil, die Bewerbung so früh wie möglich abzuschicken, dies erhöht die Chance auf einen der begrenzten Studienplätze. Enthalten soll die Bewerbung: Einen Lebenslauf, einen max. 100zeiligen Motivationsbrief und einen Nachweis über die Entrichtung der Bewerbungsgebühr (50 €), sowie einen Nachweis über gute Englischkenntnisse (siehe oben). Zudem sollen sämtliche Zeugnisse im Original oder in beglaubigter Kopie, beigefügt werden. Erwartet wird auch ein Ranking mit einem Nachweis darüber, auf welcher Position man sich im Verhältnis zu den Mitprüflingen bei seinem Studienabschluss befand. Erforderlich sind weiterhin ein Nachweis über die praktische Tätigkeit und zwei Referenzschreiben von "angesehenen Autoritäten".

Besonderheiten

Der beste Absolvent erhält den mit 500 € dotierten "Ohm-Preis", benannt nach den Stiftern Gertrud and Siegfried Oehm.

Zu der Website des MIPLC.

Zur Artikel-Reihe „LL.M.-Studiengänge im Medienrecht“.
Anzeige:

Kommentare

* Markus 16.06.2008 09:47
Die Kosten dieses LL..M. werden sicher dazu führen, dass er nur als Fortbildungsmaßnahme von Unternehmen genutzt wird und so jeder Input von Menschen, die sich noch vornehmlich als Nutzer fühlen, fehlen wird.

Ich fände es gut, wenn es auch nur ein paar Studiengänge geben würde, die Perspektiven aus der Organisationssoziologie und der Managementliteratur aufnehmen, die mir nicht ganz so strukturkonservativ erscheinen.

Wahrscheinlich werden ja auch Kanzleien Strategien vor Gericht finden müssen, die nicht aus der bisherigen Rechtsentwicklung abgeleitet werden können.
* Simon 16.06.2008 16:34
Ich frage mich auch, wie eine Ausbildung aussehen sollte, die diese Beträge rechtfertigt. Wie viel besser als ein "normaler" LLM-Dozent kann ein Dozent noch werden? Und in welchem Umfang wirkt sich das bei einem ohnehin motivierten Lerner überhaupt noch aus?

Kommentar schreiben

Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
BBCode-Formatierung erlaubt
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.