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Häufig werden in Gerichtsverfahren Screenshots als Beweismittel vorgelegt. Auch in Prozessen, wo es um Filesharing geht. Auf den Bildern ist dann zu sehen, mit welcher IP-Adressse zu welchem Zeitpunkt welche Datei angeboten wurde. Das Ganze sieht in etwa so aus:

(Screenshot)

Das Problem: Dieser Screenshot ist gefälscht. Eine Gruppe schwedischer Filesharing-Aktivisten hat eine Internetseite veröffentlicht, auf der mit wenigen Klicks solche Fälschungen hergestellt werden können. Sie wollen damit zeigen, wie einfach es ist, solche Beweismittel zu manipulieren. Und das mit Erfolg. Zwar lassen sich die Erzeugnisse der Internetseite relativ einfach enttarnen. Mit wenigen Mitteln lassen sich auf ähnliche Art jedoch auch nahezu perfekte Fälschungen herstellen.

Auch einige Gerichte haben das Problem bereits erkannt. Aber bei weitem noch nicht alle. Zumal sich die Frage stellt: Was ist die Alternative?

Zum Screenshot-Generator „Bevismaskinen“.

(via)
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Kommentare

* Guido Rudolphi 29.05.2008 09:20
Dass ein Screenshot beliebig manipuliert werden kann, sollte tatsächlich langsam bekannt sein. Aber nicht nur der Screenshot, sondern auch die "fotografierten" Daten, die Header- und Footer-Dateien des Ausdrucks und noch einiges mehr.
Wenn sich nun die Frage nach der Alternative stellt, komme ich nicht umhin, ein wenig in Eigenwerbung zu machen: Schon seit Jahren gibt es das forensische Programm NetAtraX [1], welches eben genau auf die Bedürfnisse von Gerichten zugeschnitten ist, sei es bei der Sicherung von Homepages, Verbindungsdaten von Tauschbörsen oder was auch immer.

Guido Rudolphi
NetMon GmbH


[1]www.netatrax.com
* Adrian 29.05.2008 12:35
Hallo Herr Rudolphi,

wie funktioniert denn sowas? Was genau wird erfasst und wie können Sie eine Fälschungssicherheit gewährleisten?
* Guido Rudolphi 29.05.2008 16:35
Hallo,
die ganzen technischen Voraussetzungen und Vorgänge hier zu erwähnen würde wahrscheinlich den Rahmen einer Antwort sprengen. Aber im Prinzip geht es darum, dass man technisch nachvollziehbar etwa eine Homepage oder auch sonstigen Traffik nicht nur aufzeichnet, sondern auch auf einer forensischen Workstation nach exakt definierten Richtlinien speichert, verifiziert und analysiert. Damit keine Einwendungen vorgebracht werden können, dass man sich hier selber verifiziere, muss zudem auf anerkannte, nicht-manipulierbare externe Services zurückgegriffen werden können. Da vor Gericht zudem der Programmcode für ein Audit beigebracht werden kann, kann so eine schlüssige Beweiskeite geliefert werden.

Guido Rudolphi
NetMon GmbH
* Martin Löhnertz 03.09.2013 23:51
Aus ähnlichen Überlegungen heraus habe ich mal das folgende fabriziert: www.icanprove.com
Da ich aber keine Firma "bin" ist es eher für den Hausgebrauch gedacht.

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