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Einen LL.M.-Studiengang zum IT-Recht bietet die Leibniz Universität Hannover an. Das Institut für Rechtsinformatik hat im Rahmen des European Legal Informatics Study Programme (kurz "EULISP") ein zweisemestriges Studium konzipiert, indem vertiefte Kenntnisse des IT-Rechts vermittelt werden. Die Ausbildung wird mit dem akademischen Grad eines "Master of Laws" abgeschlossen. Im Folgenden wird der Studiengang anhand der wichtigsten Informationen vorgestellt.

Rechtsbereich
IT-Recht weist die Besonderheit auf, dass es sich auf eine weltweit mehr oder weniger einheitlich verlaufende informationstechnologische Entwicklung bezieht, überwiegend grenzüberschreitenden Charakter hat und die nationalen Rechtsordnungen in allen EU-Mitgliedstaaten angesichts der fortschreitenden Harmonisierungen auf EU-Ebene nachhaltig beeinflusst.

So wird auf der Homepage des "EULISP" der Bereich des IT-Rechts beschrieben. Die Ausbildung findet in den folgenden Teilbereichen statt:

• E-Commerce-Recht
• Telekommunikationsrecht
• Medienrecht
• Datenschutzrecht
• Immaterialgüterrecht wie Urheber- und Patentrecht (bezogen auf Informationstechnologie)
• Computerstrafrecht
• Europa- und völkerrechtliche Grundlagen des IT-Rechts
• Informationstechnische Grundlagen

Studienverlauf

Das Studium dauert insgesamt ein Jahr. Das erste Semester beginnt stets zum Wintersemester in Hannover. Das zweite Semester findet an einer der Partneruniversitäten statt. Zur Wahl stehen: Die Universitäten von Bologna, Glasgow, London, Oslo, Leuven, Namur, Rovaniemi, Stockholm, Wien und Zaragoza.

Kosten

Für das Semester in Hannover ist eine Studiengebühr in Höhe von 750 € zu entrichten. Hinzu kommen die üblichen Immatrikulations- und Semestergebühren. Sie betragen weitere 243,10 €. Allerdings ist ein Semesterticket für den öffentlichen Nahverkehr darin enthalten.
Die Kosten für das zweite Semester richten sich nach der jeweiligen Universität im Ausland. Die meisten ausländischen Universitäten verlangen keine Studiengebühren, die Britischen ca. 2000 €, bei der Partneruniversität in Wien betragen die Gebühren 4.500 €. Wer nach Oslo geht kann versuchen ein Stipendium des Daad zu bekommen. Dieser fördert die besondere Kooperation zwischen dem Institut in Hannover und der Universität Oslo.

Studienvoraussetzungen

Bedingung für die Zulassung zum IT-Recht-LL.M ist zunächst das erste juristische Staatsexamen. Selbstverständlich werden auch technische Fähigkeiten vorausgesetzt: Fundierte Anwenderkenntnisse bei Office- und Internetapplikationen sollten vorhanden sein. Da ein Teil des Studiums im Ausland abspielt, muss mindestens eine Fremdsprache gesprochen werden. Die Ausbildung an den Partneruniversitäten findet größtenteils in Englisch statt, mitunter jedoch in der jeweiligen Landessprache.

Bewerbung

Das Bewerbungsverfahren ist zweigliedrig gestaltet: Ein Teil der Bewerber wird aufgrund der Examensnote, der andere Teil aufgrund besonderer Qualifikationen im Bereich des IT-Rechts ausgewählt.

Besonderheiten

Wer den Auslandsteil in Oslo verbringen möchte, hat die Möglichkeit einen Doppelabschluss zu erlangen. Aufgrund einer engen Kooperation zwischen der Hannoveranischen und der Osloer Universität wird ein LL.M-Abschluss an beiden Universitäten erworben. Die Prüfungsleistungen werden wechselseitig anerkannt. Das "double degree" wird vom Daad mit Stipendien unterstützt.

Nachtrag: Der Studiengang wurde am 9. Mai mit dem Qualitätslabel der Exzellenzinitiative des DAAD ausgezeichnet. Der Stifterverband für die Deutsche Wirtschaft und der DAAD würdigten bei der diesjährigen Verleihung das Programm des Instituts für Rechtsinformatik als einen der zehn besten internationalen Master-Studiengänge an deutschen Hochschulen.

Weitere Informationen auf der Webside des "EULISP" der Universität Hannover.

Zur Artikel-Reihe „LL.M.-Studiengänge im Medienrecht“.
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