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Die ARD widmet sich zur Zeit einmal mehr ihrer liebsten Beschäftigung: Sie redet über sich selbst.

Aktueller Anlass ist der Vorschlag, einen neuen übergeordneten ARD-Rat als Aufsichtsgremium für den Senderbund einzurichten. Zuletzt hatte die SPD-Medienkommission im vergangenen Jahr ein solches zentrales Aufsichtsgremium gefordert. Unter den Intendanten der ARD ist jetzt eine heftige Debatte zu diesem Thema ausgebrochen. So sprach sich NDR-Intendant Jobst Plog in einem Spiegel-Interview für einen solchen ARD-Rat aus, während sich seine Kollegen Fritz Raff (SR), Fritz Pleitgen (WDR) und Peter Voß (SWR) gegenüber dem Fachdienst „epd medien“ bzw. der SZ kritisch äußerten.
Im „Spiegel“ vom 17. Februar 2007 spart Jobst Plog nicht mit Spitzen gegen das System der ARD:
Die Zahl der handelnden Personen ist in einem föderalen System manchmal immens hoch - bei wichtigen Verträgen ein deutliches Handicap.
Es habe sich gezeigt, dass die erforderliche Vertraulichkeit vor der Unterzeichnung nicht immer zu garantieren sei, sagte Plog und spielt damit auf die gescheiterten Verhandlungen mit Günther Jauch an. Ein zentrales Gremium mit einem klarem Mandat von den Gremien der einzelnen ARD-Anstalten könne daher hilfreich sein.

Laut Aussagen des ARD-Vorsitzenden und SR-Intendanten Fritz Raff gegenüber dem Fachdienst epd medien, habe die ARD einen möglichen Rat intern noch nicht erörtert:
Ich meine, wir sollten zunächst einmal Erfahrungen mit der kürzlich durch zusätzliche Rechte und Kompetenzen gestärkten Konferenz der Gremienvorsitzenden sammeln.
WDR-Intendant Fritz Pleitgen findet im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" (Ausgabe vom 17. Februar) harsche Worte:
Das fällt auch unter das Kapitel Post-Sowjetismus. Der Einfall klingt gut, aber ich kann in einem ARD-Rat keinen Fortschritt erkennen. Demnächst brauchen wir auch noch eine Uno für die ARD.
Auch SWR-Intendant Peter Voß schloss sich laut epd der Kritik an:
Guter Rat ist bekanntlich teuer.
Gute Räte gäbe es aber genug, auch und gerade in der ARD.

Getreu dem inoffiziellen ARD-Motto „Alle Reden Durcheinander“, darf man sich auch weiterhin auf eine angeregte öffentliche Debatte freuen.

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