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Musterprozesse angekündigt

Ist ein Autorenstreik, wie er derzeit in den Vereinigten Staaten stattfindet auch in Deutschland möglich? Wohl eher nicht, so zumindest die einhellige Einschätzung von Katharina Uppenbrink, Geschäftsführerin beim Verband Deutscher Drehbuchautoren (VDD) und Bernd Burgemeister, Vorsitzender des Bundesverbandes der Deutschen Fernsehproduzenten in Deutschland.

Dennoch gehe es den deutschen Autoren alles andere als glänzend, so die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung: Zum einen fehle es an einer einflussreichen Interessenvertretung, zum anderen herrsche unter den deutschen Autoren ein starker Verdrängungswettbewerb. Daraus resultiere eine große Abhängigkeit von den Fernsehstudios, welche die Bedingungen diktieren würden.
Bei Privatsendern sei mittlerweile der sog. „Buyout“ zur Gewohnheit geworden:
„Es gibt einmal Geld für das fertige Buch, an dem jedoch sämtliche Rechte abgegeben werden müssen. Eine stärkere Beteiligung an DVD-Erlösen, wie sie in den Vereinigten Staaten gefordert wird, ist hierzulande nicht einmal im Entferntesten in Aussicht (...). „Tunnel“-Autor Betz erinnert sich: „Zwei Tage nachdem ich damals den Buyout unterschrieben hatte, kam der Film auf Video heraus und war sechs Wochen auf Platz eins in den Charts. Ich habe keinen Cent dafür gesehen.“


Wehrlos will man sich aber trotzdem nicht geschlagen werden. VDD-Vorsitzende Uppenbrink kündigte gegenüber der FAS Musterprozesse an. Man wolle sich dabei auf § 32a UrhG stützen, den sog. Beststelleraragraphen. Danach steht dem Urheber das Recht auf eine weitere angemessene Vergütung zu, wenn sich nachträglich herausstellen sollte, dass die ursprünglich vereinbarte Vergütung in einem „auffälligen Missverhältnis“ zu den Erträgen und Vorteilen desjenigen besteht, der zur Nutzung des Werkes berechtigt ist. Ob die Vertragspartner die Höhe der erzielten Erträge oder Vorteile vorhergesehen haben oder hätten vorhersehen können, ist dabei unerheblich. Um das Vorhaben aber in die Tat umzusetzen, brauche es aber Autoren, die es sich leisten könnten, den Kampf mit den Sendern aufzunehmen.

Ein Streik sei aber nicht realistisch. Thomas Rogel vom Kölner Autorenbüro N2O im Gespräch mit der FAS:
„Wir haben ja im deutschen Fernsehen kaum etwas, bei dem die Zuschauer geschockt wären, wenn sie merken würden: Du meine Güte, da fehlen die Autoren“.

Zum „Bei uns ist der Text nicht so wichtig“ bei der FAS.

„Drehbuchautoren-Streik in Deutschland kaum denkbar“ bei M&C.
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