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Trotz eines gesetzlichen Verbotes ist die Zahl der unerbetenen Werbeanrufe in Deutschland sprunghaft angewachsen. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, welche die Gesellschaft für Konsumforschung (GFK) dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbz) zur Verfügung gestellt hat. Nach dem am 8. Juli 2004 in Kraft getretenen Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) ist Telefonwerbung bei Verbrauchern nur nach ausdrücklich erteilter vorheriger Zustimmung zulässig.

Edda Müller, Vorstand der vzbz kommentierte die Umfrage in einer Pressemitteilung wie folgt:
Warum nimmt die Zahl unerbetener Werbeanrufe dennoch zu? Es lohnt sich!
Mehr noch, durch Gesetzeslücken und fehlende Sanktionen werde Werbetreibenden geradezu ein wirtschaftlicher Anreiz gegeben, gegen das Gesetz zu verstoßen. Der vzbz beschäftigt sich bereits zum wiederholten Mal mit der Problematik und sieht sich mittlerweile durch positive Signale aus der Politik in seinem Handeln bestätigt. Bereits im vergangenen August wies der Verbraucherzentrale Bundesverband darauf hin, dass auch Druck seitens der EU drohe:

Die EU-Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken besagt, dass hartnäckige und unerwünschte Telefonwerbung zu den Geschäftspraktiken gehöre, die unter allen Umständen als unlauter anzusehen sind. Die Sanktionen gegen solch unlautere Werbung müssen nach dem Wortlaut der Richtlinie wirksam, verhältnismäßig und abschreckend sein. Diese Richtlinie muss bis Juni 2007 in nationales Recht umgesetzt werden.

Die vom Verbraucherzentrale Bundesverband geforderten Strafen gegen Gesetzesverstöße haben es in sich: Von Bußgeldern, Vertragsauflösung und Gewinnabschöpfung ist die Rede. Der Deutsche Direktmarketing Verband stellte sich zwar schon im November ebenfalls entschieden gegen den Missbrauch des Telefonmarketings, wies aber zugleich die Forderungen nach Bußgeldern als unwirksam und populistisch zurück. Patrick Tapp, Vizepräsident Public Affairs und Verbraucherdialog im DDV, dazu:
Dem Verbraucher ist an dieser Stelle mit Politikmarketing nicht geholfen!
Der DDV sieht sich in der Ablehnung von stärkeren Sanktionen durch die Bundesjustizministerin Brigitte Zypries bestätigt und setzt sich stattdessen für die Selbstregulierung der Wirtschaft und einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Instrument des Telefonmarketings ein.
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