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"Aus heiterem Himmel" habe es ihn getroffen, sagt Thomas Kausch im Interview bei der FAZ. Dem Anchorman der Sat.1-Nachrichten war nach eigener Darstellung kurz vor Antritt seines Urlaubes gesagt worden, er brauche nicht mehr wiederkommen. Mit dieser Entscheidung habe Sat.1 den Abschied vom professionellen Nachrichtengeschäft genommen, sagt Kausch:

Man hat mich geholt, weil ich für ein journalistisches Profil stehe, und nun muss ich gehen, weil ich für dieses journalistische Profil stehe.


Und auch zum Sinn und Unsinn von Personalabbau sagt Kausch grundsätzliches:

Vielleicht sollte man einmal grundsätzlich darüber nachdenken, den Wert von Mitarbeitern als Unternehmenswert mit in die Bilanzen aufzunehmen und nicht nur als Personalkosten, die negativ zu Buche schlagen. Es waren ja die Mitarbeiter, die sich ins Zeug gelegt hatten, um den Konzern fit für eine Übernahme zu machen, als Haim Saban damals verkaufen wollte. Auch die vielen Mitarbeiter, die nun gehen müssen, nachdem alles wie gewünscht geklappt hat.


Eventuell sollten die Sender als Schadensposten auch das PR-Debakel einkalkulieren, das sich nach einem solchen Personal-Abbau regelmäßig ergibt. Die desaströsen Quoten bei der Übernahme der Tour de France-Berichterstattung durch Sat.1 haben ihre Ursache m.E. vor allem in der extrem kritischen Berichterstattung zu den Entlassungen (z.B. im Berliner Kurier: „Job-Killer Sat.1 nutzt Doping-Tour zur Quoten-Kosmetik“).

Zum Interview in der FAZ.
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Kommentare

* zimmer 101 25.07.2007 22:20
Kausch, falls Sie das hier lesen, ich bin geschockt.
Sie waren eine Wohltat.
Nun wird es nur noch Frauen mit tiefer Stimme und kastrierte Nullen geben.

Hoffe, Sie kommen gut unter!

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