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Die Veröffentlichung von eigenen Bewerbungsfotos im Internet, die von einem Fotostudio angefertigt wurden, ist urheberrechtswidrig. Das stellte das LG Köln im Rahmen eines einstweiligen Verfügungsverfahrens fest. Ein Rechtsanwalt hatte in einem Fotostudio Bewerbungsfotos anfertigen lassen und diese auf seine Internetseite gestellt. Zu Unrecht, wie das Gericht bereits Ende letzten Jahres feststellte.

Zwar hatte der Anwalt erwähnt, er wolle die Fotos auch „online“ nutzen. Die Veröffentlichung der Fotos falle jedoch nicht darunter, so die Kölner Richter:
[...] liegt indes die Auslegung näher, dass der Verfügungsbekl. das Lichtbild für Bewerbungen, auch Onlinebewerbungen, an einzelne Arbeitgeber verwenden wollte, um mittels dieser Bewerbungen seine Beraterdienste anzubieten und sich für Projekte zu bewerben. Letzteres ist von gänzlich anderer Qualität als das öffentliche Zugänglichmachen des Lichtbilds auf der eigenen Website des Verfügungsbekl., mag dieses ... in der Branche, in der der Verfügungsbekl. tätig ist, auch üblich sein. Das Wissen hierum ist jedenfalls in der Bevölkerung nicht derart verbreitet, dass ein objektiver Dritter an der Stelle der Zeugin B. die Angaben des Verfügungsbekl. dahingehend verstehen musste [...].
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Das Urteil im Volltext.

(via LBR-Blog)
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Kommentare

* RA Michael Seidlitz 17.07.2007 16:57
OLG Köln
Urteil vom 19. Dezember 2003
AZ: 6 U 91/03

Passfoto im Internet

Die Verwendung von Passfotos im Internet ist nicht von dem üblichen Vertrag zur Erstellung von Bewerbungsfotos mit dem Fotografen gedeckt.

http://www.aufrecht.de/2884.html
* Adrian 17.07.2007 17:39
Danke für den Hinweis!
* E. S. 17.07.2007 21:52
Das ist wieder mal ein Beweis dafür, dass Paragraphan über's Ziel hinausschießen können.

In diesem Fall dürften die Urheberrechte mehr Wert sein als die Paar Photos. Müsste man mal als Kunde anfragen, wieviel der Photograph für die Urheberrecht hinlegt.
* Max Schneider 20.07.2007 20:02
Auf gut deutsch: Fotos jeglicher Art selber machen um sich solchen Ärger zu ersparen.

Dass dadurch der Fotograf arbeitslos wird, ist dabei unerwünschter Nebeneffekt.

Abgesehen davon ist das alles doch lächerlich, denn wofür sind Fotos vom Fotografen denn da, wenn nicht dazu, sich selbst zu präsentieren - und da gehört logischerweise auch das Internet dazu.
* Fred Clausen 23.07.2007 08:58
Es handelt sich um ein BEWERBUNGSBILD!

Wie ich mich bewerbe ist meine Sache!

Ob per Brief, eMail, Anzeige mit Bild, Littfasssäule, Fernsehen ...

Solch Urteile können nur in unserer Bananenrepublik gefällt werden.

Gruß Fred
* m.e. 29.07.2008 06:46
Vorallem wird die Leistung des Fotographen überbewertet. Es geht im
Grunde um eine handwerkliche Leistung, nicht um eine künstlerische.
Ausnahmen können eventuell bei den wirklichen Spitzenkräften
vorliegen. Diese werden aber dann auch mit Supermodels, nicht
Bewerbungsfotos, arbeiten. Ich beauftrage einen Fotographen um eine
relativ simple Abbildung binnen gewissen Rahmenkriterien zu bekommen,
nicht um ein schutzwürdiges Kunstwerk zu erhalten.

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