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Bücher, Akten und Ordner gehören der Vergangenheit an – wichtige Daten werden heute digital gespeichert. Das spart vor allem Platz und gilt als zuverlässiger. Doch für eine langfristige Sicherung genügt die bloße Speicherung nicht. Denn was, wenn die Dateien aufgrund veränderter Technologien (wie Dateiformate oder Betriebssysteme) irgendwann nicht mehr gelesen werden können?

Methoden der Langzeitarchivierung

Dieses Problem beschäftigt zurzeit Archivare auf der ganzen Welt. Zusammen mit Computer-Experten wurden verschiedene Systeme zur Langzeitarchivierung entwickelt: Das Projekt KOPAL bedient sich zum Beispiel einer Software, die sämtliche auf einem Medium gespeicherten Daten erfasst. Dabei wird auch das Programm (inklusive seiner Versionsnummer) aufgezeichnet, mit dem eine Datei erstellt wurde. Die Software reagiert, wenn ein solches Programm nicht weiter verwendet wird. Dann werden die Dateien dieses Formats „migriert“ - also in ein gebräuchliches Format umgewandelt.

Statt die Daten zu verändern, kann auch ihre jeweilige Lese-Technik gespeichert werden. Dies geschieht zum Beispiel durch die Aufbewahrung der Abspielgeräte mit der entsprechenden Software. Die Emulations-Methode konserviert hingegen nicht die Hardware, sondern nur die Daten der Abspiel-Programme. Damit können diese jederzeit rekonstruiert und Dateien eines alten Formats wieder lesbar gemacht werden.

Dateien mit Eigenleben: „Aktive Dokumente“

Die vorgestellten Techniken erfordern alle einen hohen Arbeitsaufwand. Deswegen arbeiten Forscher an so genannten „aktiven Dokumenten“. Solche Dateien verfügen über eine künstliche Intelligenz: Sie erkennen, welches Format sie besitzen und reagieren, wenn eine neue Version ihres Programms auftaucht. Dann wandeln sie sich entsprechend um – und zwar ganz von selbst!

All diese Ansätze haben zum Ziel, die digitalen Informationen langfristig verfügbar zu halten: Auch in ferner Zukunft sollen die Daten noch verwertbar sein.

Zum Beitrag vom Bayerischen Rundfunk.

ZDF: "Digitaler Alzheimer".
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