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"Wer Musik über Tauschbörsen verbreitet, erzeugt Verluste; ein illegal heruntergeladenes Album ist ein nicht gekauftes." So ist man sich – zumindest gefühlt – in der Musikbranche einig. Robert Hammond von der North Carolina State University lässt mit seiner Studie „Profit Leak? Pre-Release File Sharing and the Music Industry” einen anderen Eindruck aufkommen.

Für rund 1.000 Musikalben hat er deren Download- und Verkaufsstatistik untersucht. Hammond kommt zum Ergebnis, dass ein Musikalbum nicht seltener über den Ladentisch geht, wenn es schon vor seinem Veröffentlichungstermin im Netz kursiert – im Gegenteil:
„The results strongly suggest that an album benefits from increased file sharing: an album that became available in file-sharing networks one month earlier would sell 60 additional units.”

Alben, die zuvor im Netz geleakt sind, verkaufen sich sogar besser? Zumindest dürfte das für die Lady Gagas der Musikwelt gelten. Kleinere Acts und solche, die noch gar nicht bekannt sind, profitieren laut Hammonds Studie jedoch nicht davon.

Und doch: Wer sich fragt, wie schädlich die Downloadkultur ist, muss offenbar etwas genauer rechnen als „einmal heruntergeladen = einmal nicht gekauft“. Hammonds Studie legt nahe, dass die Gleichung nicht derart trivial sein kann. Zu einer ähnlichen Erkenntnis kam 2009 eine Studie der Harvard Business School.

Zur Studie von Robert Hammond.
Meldung bei gulli.com.
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Kommentare

* NetzBlogR 29.05.2012 11:12
Ich frage mich immer: Woher kommen die Zahlen für illegale Downloads, die für solche Studien herangezogen werden? "Wir haben 100 Leute gefragt" wahrscheinlich.

Und die geben natürlich immer die ehrliche Antwort, dass sie das Album nach dem Download gekauft haben. Die Welt ist einfach gut. :-)
* Freeb@rd 29.05.2012 11:34
@NetzBlogR
Vermutlich wurden Daten der Filehoster verwendet, also Aufrufe der Download-Links, etc.
Natürlich wäre eine Befragung aber auch ganz lustig^^, nur vll nicht unbedingt zielfürhend.
* Luck Lucke 29.05.2012 12:45
... und natürlich darf man nicht vergessen dass die alben die schon frühzeitig im netz "zu bekommen" sind, auch generell von größerem interesse sind und deshalb auch entsprechend mehr verkauft werden
* Fabian Rack 29.05.2012 15:12
@ NetzBlogR und Freeb@rd:
Hammond hat für seine Studie einen BitTorrent-Tracker bemüht und die Downloadzahlen anschließend mit den Verkaufszahlen der entsprechenden Platten verglichen.

@ Luck Lucke:
Da stimme ich zu. Umgekehrt fallen die unbekannten Acts ja offenbar aus dem Raster - was auch nicht sonderlich überrascht.
* musikgraph 13.06.2012 04:18
Ohne die Studie nun gelesen zu haben hängt das Ergebnis dieser natürlich ganz stark von der Auswahl der Alben haben. Kommerz wird viel geladen, aber auch unglaublich ausufernd gekauft. Es ist schwierig zu sagen, ob es sich bei den 1000 ausgewählten Alben tatsächlich um eine repräsentative Auswahl handelt.

Dennoch: Eine Interessante Studie mit einem noch viel interessanteren Ergebnis!

Ein Thema über das man unendlich diskutieren kann.

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