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Nun hat es auch 9Live erwischt: Die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK) hat ihre Drohung wahr gemacht und gegen den Sender Geldbußen in Höhe von insgesamt 95.000 Euro verhängt. Grund sind gleich sieben Verstöße gegen die Gewinnspielsatzung der Landesmedienanstalten, darunter Irreführung und Intransparenz bei Call-in-Shows.

Schluss mit lustig: Erste Bußgelder bereits im September

Bereits im September waren die Landesmedienanstalten erstmals auf Grundlage der Gewinnspielsatzung gegen Sat. 1 und Das Vierte vorgegangen. Gleichzeitig liefen noch Verfahren gegen 9Live, Kabel eins und das DSF. Auch die Sendung „Masterquiz” von Super RTL wurde beanstandet, ein Bußgeld jedoch nicht verhängt. Der Sender habe sich ausgesprochen kooperativ gezeigt und eine Verantwortlichkeit sei nicht zweifelsfrei nachweisbar gewesen, so die ZAK im September.

Nun haben die Landesmedienanstalten auch an 9Live einen deutlichen Warnschuss abgegeben. Konkret beanstandet die ZAK irreführende Äußerungen, Intransparenz, Vorspiegelung von Zeitdruck und fehlende Informationen bei mehreren Sendungen.

Höhere Bußgelder für 9Live

Im Vergleich zu den vergangenen Fällen liegt das Bußgeld gegen 9Live deutlich höher. So wurde gegen Sat. 1 noch ein Bußgeld von 40.000 Euro bei vier Beanstandungen festgesetzt, 9Live wird hingegen mit 95.000 Euro für sieben Fälle zur Kasse gebeten.

Allerdings hatte uns Axel Dürr, Pressesprecher der ZAK, im September bereits mitgeteilt, dass bei der Höhe der Bußgelder in durchaus noch „Luft nach oben” sei. Und auch dieses Mal bekräftigt die ZAK, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. Nach der Gewinnspielsatzung der Landesmedienanstalten sind bis zu 500.000 Euro pro Verstoß möglich.

9Live hingegen geht bereits seit Mitte des Jahres mit einer Normenkontrolle gegen die Gewinnspielsatzung selbst vor. Zwar ist der Sender im Eilverfahren vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof im August zunächst gescheitert, der Ausgang der Normenkontrolle ist aber noch offen. Dass der Sender das Bußgeld kommentarlos akzeptiert, ist also nicht zu erwarten.

Zur Pressemeldung der ZAK.

Telemedicus zu den Bußgeldverfahren vom September
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