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Als Facebook Anfang Februar seine AGB ändern wollte, löste es damit massive Gegenwehr bei seinen Nutzern aus. Facebook wolle sich die persönlichen Daten der User unter den Nagel reißen - so lautete der Vorwurf. Facebook ruderte daraufhin zurück und ließ die AGB-Änderung erst mal sein.

Nun unternimmt das US-Unternehmen einen neuen Anlauf: Es will sich von nun an - zumindest ein Stück weit - durch seine Nutzer regulieren lassen. Ab jetzt bestimmt nicht mehr nur die Unternehmensführung darüber, wie Facebook geleitet wird, sondern vor allem die User selbst.

Zunächst hat Facebook dafür zwei Dokumente zur Diskussion gestellt, die eine Art Facebook-Verfassung darstellen. Mark Zuckerbeck (Facebook-CEO) erklärt die Einzelheiten im Facebook-Blog:

We're starting this off by publishing two new documents for your review and comment. The first is the Facebook Principles, which defines your rights and will serve as the guiding framework behind any policy we'll consider—or the reason we won't consider others. The second document is the Statement of Rights and Responsibilities, which will replace the existing Terms of Use. With both documents, we tried hard to simplify the language so you have a clear understanding of how Facebook will be run. We've created separate groups for each document so you can read them and provide comments and feedback. You can find the Facebook Principles here and the Statement of Rights and Responsibilities here.


Diese Diskussionsphase nennt Facebook anknüpfend an eine alte US-amerikanische Tradition „Virtual Town Halls“. Im Anschluss an diese Diskussion können die Nutzer dann abstimmen, ob die Dokumente von nun an für Facebook und seine Nutzer gelten sollen. Falls sie in der vorgeschlagenen Form verabschiedet werden, sollen zukünftig alle wichtigen Unternehmensentscheidungen auf diese Weise bestätigt werden. In einer Pressemitteilung erklärt Facebook, wie die Wahlen ablaufen sollen:

Following the first Town Halls, The Facebook Principles and the Statement of Rights and Responsibilities will be the first set of policies subject to a vote, which may include other alternatives. The vote will be open to all Facebook users active as of February 25, 2009. The results of the vote will be made public and will be binding if more than 30% of all active registered users vote.

If users approve the draft Statement of Rights and Responsibilities, then all future policy changes would be eligible for a vote by users, provided the level of intensity of user interest would justify it. User interest would be determined by the number of users who comment on any proposed change during the comment period.


Facebook behält sich allerdings vor, neue Produkte ohne Mitbestimmung der User einzuführen. Kritisch kann man insbesondere in Bezug auf die hohe Wahlbeteiligung sein, die Facebook seinen Nutzern abverlangt: 30 % sind für ein Netzwerk wie Facebook ein utopischer Wert. Allerdings würde eine noch geringere Quote die Wahlentscheidungen wohl relativ unverlässlich machen.

Zum Eintrag im Facebook-Blog.

Zu der Pressemitteilung von Facebook.

Interessant in diesem Zusammenhang: Ein Paper zu Sicherheitsrisiken in Social Networks, erarbeitet von der Europäischen Agentur für Netz- und Informationssicherheit.

(via)
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