In den letzten Tagen erlebte die Blogosphäre den Versuch einer versteckten Werbekampagne: Mitarbeiter einer Werbeagentur hinterließen unter Pseudonymen Kommentare in verschiedenen bekannten deutschen Blogs. Diese Kommentare enthielten, mal mehr, mal weniger versteckt, Hinweise auf ein Parfüm namens „ck-IN2U“. Bezahlt wurde für die Werbung allerdings nicht.

Seit die Kommentare als Marketing-Kampagne enttarnt wurden, regt sich Widerstand: Mehrere der Blogger verschickten „Rechnungen“ an die Werbeagenturen - und betraten damit rechtliches Neuland. Denn versteckte Werbung in Blog-Kommentaren ist ein Phänomen, mit dem sich noch kein deutsches Gericht auseinandersetzen musste. Nichtsdestotrotz ist die Rechtsfrage interessant:

Kann das „Unterschieben“ von ungewollter Werbung einen Leistungsanspruch begründen?
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Die Seminararbeiten von Adrian Schneider und Simon Möller können ab jetzt heruntergeladen werden. Beide Arbeiten entstanden als Teil des Seminars „Die Zukunft der Internetökonomie - kartell- und markenrechtliche Perspektiven“ bei Prof. Thomas Hoeren und Dr. Ulf Müller, Universität Münster.

Die Arbeit von Adrian Schneider trägt den Titel „Markenrechtshaftung im Internet bei Suchmaschinen und Foren“. Sie erklärt den technischen und rechtlichen Hintergrund, fasst die Diskussion zusammen, die in der Literatur kontrovers geführt wird und gibt einen umfassenden Rückblick über die derzeitige Rechtsprechung. Die Arbeit berührt damit eine hochaktuelle Thematik mit starkem Praxisbezug.

Die Arbeit „Markenrechtshaftung bei Suchmaschinen und Foren“ als PDF zum Download.

Die Seminararbeit von Simon Möller trägt den Titel „Aktuelle Rechtsfragen des digitalen Fernsehens: IPTV, Triple Play und Video On Demand“. Sie widmet sich aus kartell-, telekommunikations- und rundfunkrechtlicher Perspektive den Rechtsproblemen, die sich um digitales Fernsehen ergeben. Dabei geht es zum einen um die rechtlichen Regulierungsansätze zu "Triple Play", zum anderen um die Einordnung des Rundfunkbegriffs in den neuen Medien.

Die Arbeit „Aktuelle Rechtsfragen des digitalen Fernsehens“ als PDF zum Download.
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Auch Microsoft verhandelt derzeit mit großen Musiklabels über den Vertrieb DRM-freier Musikstücke. Damit reagiert der Softwarekonzern auf die Strategie seiner Wettbewerber. Apple hatte vor kurzem angekündigt, über iTunes auch Musik ohne DRM zu vertreiben. Und auch Musicload steht in Verhandlungen mit dem Musiklabel EMI. Dieses hatte sich als erstes großes Label nach vielem Hin und Her gegen DRM entschieden.

Auch Bill Gates hatte sich schon seit längerem unzufrieden mit DRM gezeigt. Jedoch stellte er das System an sich nicht in Frage. So soll Microsoft auch keinen vollständigen Verzicht des digitalen Rechtemanagements anstreben, sondern lediglich versuchen, sein Angebot um DRM-freie Stücke zu erweitern. Dennoch ist dieser Schritt von Microsoft erstaunlich. Denn das Unternehmen zählte sowohl technisch als auch politisch zu den Vorreitern der DRM-Entwicklung.

Noch sind die Verhandlungen allerdings offen und auch bei Details zu Preisen und Verkaufsstart hält sich Microsoft bisher noch bedeckt.

Artikel bei Heise.

Telemedicus zu den Verhandlungen von Musicload.

Telemedicus zu den Plänen der EMI.
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Gibt es Persönlichkeitsrechte im Second Life und können diese verletzt werden? Wie sieht es mit dem Urheberrecht aus? Und welches Recht gilt überhaupt? Mit diesen Fragen befasst sich die aktuelle Episode des J!Cast, das Podcast-Projekt von Laura Dierking an der Uni Münster. Aufhänger ist der „Phallus-Angriff“ auf die Immobilienmaklerin Anshe Chung im Second Life.

J!Cast zu Persönlichkeitsrechten im Second Life.
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Die Konkurrenten der Deutschen Telekom werden wahrscheinlich auch Zugang zu den Kabelschächten des Konzerns erhalten. Dies hat die Bundesnetzagentur in einer Regulierungsverfügung entschieden, die aber noch nicht verbindlich ist. Die Verfügung muss noch ein Konsultationsverfahren durchlaufen, in dessen Verlauf sich die Deutsche Telekom, aber auch deren Konkurrenten und verschiedene Behörden zu dem Regulierungsvorschlag äußern können. Voraussichtlich wird die Vorschrift dann im Sommer diesen Jahres in Kraft treten.

Kupferkabel
Hintergrund ist der fortschreitende Ausbau des VDSL-Netzes durch die Deutsche Telekom: Im Verlauf des Umbau-Prozesses werden die Kupferkabel auf der "letzten Meile" teilweise gegen Glasfaserkabel ausgetauscht. Weil die bisherige Regulierung dadurch leer gelaufen wäre, wird die Bundesnetzagentur nun ihre Vorgaben ändern. Nach den neuen Vorschriften soll den kleineren TK-Unternehmen erlaubt werden, eigene Leitungen durch die Kabelschächte ihres größeren Konkurrenten zu verlegen. So soll ermöglicht werden, dass diese eigene Hochgeschwindigkeitsnetze ausbauen können und so der Deutschen Telekom im VDSL-Bereich Konkurrenz machen.
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Telemedicus hat 3 Einladungen zum Online-TV-Dienst "Joost" zu vergeben. Die Empfänger der Einladungen werden Beta-Tester des neuen Angebots und erhalten die Möglichkeit, einen Blick auf das zu werfen, was zum Fernsehen der Zukunft werden könnte.

Wer Interesse hat, kann mir emailen: s.moeller@telemedicus.info.

Mehr Infos zu Joost

Nachtrag: Die Einladungen wurden vergeben.
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Der Musikdownload-Anbieter Musicload steht in Verhandlungen mit dem Musiklabel EMI, um sein Angebot zukünftig um DRM-freie Musikstücke zu erweitern. Das Musiklabel hatte angekündigt, zukünftig seine Musik auch ohne DRM zu vermarkten (Telemedicus berichtete).

Musicload erhofft sich davon positive Impulse für die Verhandlungen mit anderen großen Musiklabels. Bereits Mitte März hatte sich die Telekom-Tochter öffentlich gegen DRM ausgesprochen. „Das digitale Rechtemanagement ist nicht mehr zeitgemäß“, erklärte nun Musicload-Vizepräsident Joachim Franz. Damit folgt das Unternehmen einem Trend der Online-Musikportale, sich von DRM zu lösen. Erst vor wenigen Tagen hatte Apple angekündigt, in Zukunft mit seinem Musikdienst iTunes auch Musikstücke ohne digitales Rechtemanagement zu vertreiben.

Noch ist das Ergebnis der Verhandlungen allerdings offen. Franz zeigte sich jedoch optimistisch: „Angaben zum genauen Starttermin oder der konkreten Ausgestaltung des Angebots werden wir umgehend nach Abschluss der Verhandlungen mit EMI bekannt geben“.

Artikel bei Heise.

Telemedicus zu den Plänen der EMI.
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StudiVZ, Facebook.com, Xing oder MySpace: Die Popularität der Netzwerkplattformen ist größer denn je. Über Privatsphäre und Datenschutz scheinen sich die Nutzer jedoch keine Sorgen zu machen, die Seiten der Online-Poesiealben werden mit großer Bereitwilligkeit detailreich ausgeschmückt.
Persönliche Fotos, Unterhaltungen und ein möglichst umfassender Freundeskreis, dessen Tiefe sich häufig nur auf reine Internet-Freundschaften beschränkt, geben Aufschluss über die Zielperson, die sich ohne großen Aufwand finden lässt. Voraussetzung dafür ist eine eigene Registrierung – eine fantasierte Identität ist dabei allemal ausreichend.
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Google weitet seine Versuche aus, auch in der Fernsehwerbung Fuß zu fassen. In Kooperation mit einem Satelliten-TV Anbieter will Google sein „TV-Ads“ Angebot nun bundesweit in den USA testen.

Dabei soll der gesamte Prozess der Werbeschaltung automatisch über das Internet ablaufen. Ähnlich wie beim Internetformat „AdWords“ sollen die Kunden nur dann bezahlen, wenn die Werbung tatsächlich beim Zuschauer angezeigt wird. Den Werbetreibenden sollen darüber hinaus umfangreiche Statistiken über den Erfolg ihrer Werbekampagnen zur Verfügung gestellt werden. Über die Set-Top Box der Fernsehzuschauer soll anonymisiert erfasst werden, wie viele Menschen die Werbespots anschauen bzw. während der Werbeblöcke umschalten.

Bereits im März hatte Google die Auslieferung von Werbung über das Fernsehen testweise aufgenommen (Telemedicus berichtete). Allerdings beschränkte sich die Ausstrahlung bisher nur auf Kalifornien. Google setzt damit seine Versuche fort, das Werbegeschäft im Internet auch auf andere Medien auszuweiten.

Artikel bei der FTD.

Artikel bei Golem.

Telemedicus über die ersten Tests von Googles Fernsehwerbung.
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Ein Artikel in der taz beschäftigt sich mit den Schwierigkeiten bei der Einführung des neuen Mobil-TV-Standards DVB-H. Der Artikel kritisiert Abstimmungsschwierigkeiten der Landesmedienanstalten, beschreibt Bürokratie und juristische Kompetenzstreitigkeiten. Hart geht auch der zitierte Medienanalyst Klaus Goldhammer (Geschäftsführer Goldmedia) mit den Landesmedienanstalten ins Gericht:
"Es ist ein extrem komplexer, extrem absurder Prozess, der letzten Endes von dem Föderalismus und von den Schwierigkeiten der Rundfunkstrukturen geprägt ist. Die Technik ist seit einem Jahr marktreif, aber bei der Einführung von Handyfernsehen gehen wir sogar später als Albanien an den Start!"

Zum ganzen Artikel.
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