Viviane Reding und Bernd Neumann haben gepokert bis zuletzt. Pünktlich zur Berlinale haben die EG-Medienkommissarin und der Kulturstaatsminister aber nun doch noch einen Kompromiss gefunden: Die neue Fernsehrichtlinie soll noch im Februar fertig ausgehandelt sein. Der Entwurf müsste dann nur noch vom EU-Parlament ratifiziert werden.

Im Bereich des Product Placement konnte sich Deutschland mit seiner engen Linie nicht durchsetzen. Die Frankfurter Rundschau:
Schleichwerbung bleibt verboten, verkündete Viviane Reding dazu apodiktisch. Etwas kleinlauter sprach Bernd Neumann von einem sich abzeichnenden Kompromiss. Produktplatzierung innerhalb eines Programms solle grundsätzlich verboten bleiben. "In bestimmten Fällen und unter Einhaltung klarer Vorschriften ist sie ausnahmsweise zulässig. Die Produktplatzierung muss zumindest am Anfang und am Ende eines Programms klar gekennzeichnet sein."

Das heißt: Product Placement steht zwar unter einem "grundsätzlichen" Verbot, wird in der Praxis aber in den meisten Sendungen und Programmteilen erlaubt sein. Verbraucherschutzgesichtspunkten wird dadurch Rechnung getragen, dass Produktplatzierungen gesondert gekennzeichnet werden müssen.
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Musikmarkt.de:
Mediengerüchten zufolge steht EMI kurz vor einem einschneidenden Kurswechsel in Sachen Kopierschutz: Der Konzern befinde sich in Verhandlungen mit verschiedenen Online-Downloadplattformen, darunter RealNetworks, eMusic und MTV Networks, wie Pressetext in Berufung auf das "Wall Street Journal" berichtet. Es heißt, EMI wolle den Großteil seiner Titel künftig online ohne Kopierschutz anbieten.

Würde EMI, eines der wichtigsten Major Labels im Musikgeschäft, DRM aufgeben, müssten die anderen großen Anbieter wohl schon aus Konkurrenzdruck ebenfalls wechseln. Ich höre da einen Damm brechen.

(via)
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Die EU-Fernsehrichtlinie, von Kommissarin Viviane Reding ursprünglich noch als "Content-Richtlinie" angekündigt, wird wohl die Online-Textmedien doch nicht betreffen. Grund: Die strengen Werberegeln, insbesondere zu Produkt Placement, sollen nicht vom Fernsehen zu den Textmedien übertragen werden.

Newsroom.de zitiert Kulturstaatsminister Bernd Neumann:
Nach dem gegenwärtigen Stand der Verhandlungen in Brüssel sei sichergestellt, dass weder die herkömmliche noch die elektronische Presse von dem europäischen Regelwerk erfasst wird. Deshalb werde die vom BDZV befürchtete Überregulierung der Presse vermieden und die nationalen Regelungen beibehalten, sagte der Kulturstaatsminister.

Diese Entwicklung hat große Bedeutung für das Telemediengesetz, das bald in Kraft treten wird: Würde die EU-Fernsehrichtlinie, wie ursprünglich geplant, Online- und Fernsehmedien gemeinsam regeln, müssten auch die deutschen Gesetze umgehend wieder geändert werden.

Zum Artikel bei Newsroom.de.
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Prof. Hans Kleinsteuber, hochdekorierter Experte für Medien und Politikwissenschaften, geht mit der ARD hart ins Gericht. In einem Interview mit der taz fordert er eine grundlegende Strukturreform bei dem Fernsehsender:
Hinter dem System der Rundfunkräte steckt ja die Idee einer öffentlichen, aber staatsfernen Organisation der gesellschaftlich zentralen Medien Radio und Fernsehen. Machtballung sollte durch Gewaltenteilung vermieden werden: Alleingänge eines Intendanten wie selbstherrliche Aktionen eines Rundfunkrats müssen sich wechselseitig ausschließen. Im Moment habe ich eher den Eindruck, dass die Intendanten übermächtig sind gegenüber ihren Aufsichtsorganen. Aber natürlich brauchen Intendanten im Tagesgeschäft ihre Entscheidungsfreiheit.

Die Debatte hatte sich ursprünglich am Rückzug von Günther Jauch aus seiner Position als Polit-Talker entzündet. Jauch, der eigentlich Nachfolger von Sabine Christiansen werden sollte, hatte nach längeren Verhandlungen die Zusammenarbeit entnervt wieder aufgegeben, bevor sie richtig begonnen hatte. Danach machte seine Aussage die Runde, die ARD bestehe aus "Gremien voller Gremlins".

Zum Interview in der taz.
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...oder besser Windows Vista macht mit iPod und iTunes Probleme?

Microsofts neue Windows-Version Vista wird bei Benutzern von iTunes nicht gerade auf Jubel stoßen. Im iTunes Store gekaufte Songs sollen sich nämlich nach der Umstellung eines Windows-2000- oder Windows-XP-Systems auf Windows Vista unter Umständen nicht mehr abspielen lassen können. Außerdem warnt Apple in seinem Knowledgebase-Dokument vor einer möglichen Schädigung des an den Rechner angeschlossenen iPods, wenn man die Funktion „Hardware sicher entfernen“ im System-Try von Vista für eine Unterbrechung der Verbindung nutze.

Deshalb empfiehlt Apple iPod- und iTunes-Nutzern, mit der Umstellung auf Windows Vista noch zu warten. „In wenigen Wochen“, heißt es, würde eine neue Version der iTunes-Software verfügbar sein. Für Ungeduldige gibt Apples einige Tipps für Workarounds, durch die sich die meisten Probleme beseitigen lassen dürften. Falls das nicht der Fall sei, stellt Apple eine Reparatursoftware für Windows Vista bereit.

Etwas seltsam scheint es, dass Apple erst jetzt reagiert. Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass Kompatibilitätsprobleme keine Neuheit sind, darf man sicherlich fragen, warum sich Apple nicht schon eher mit dieser Problematik auseinandergesetzt hat, um rechtzeitig eine neue kompatible iTunes-Software zu entwickeln. Außerdem wird damit mal wieder das Konzept des DRM in Frage gestellt. Denn möglicherweise sollen die Ursachen der Probleme mit den DRM-Mechanismen von iTunes zusammenhängen.

Doch auch die User Account Control von Vista, die vor dem unbemerkten Ausführen von administrativen Befehlen schützen soll, kann eine Rolle spielen. Ob nun also Apple bei der Entwicklung einer neuen Version des meistgenutzten Betriebsystems verpflichtet sein sollte, seine Software frühzeitig auf Kompatibilität zu prüfen oder ob nicht auch Microsoft eine gewisse „Pflicht“ zur Prüfung der Anwendbarkeit anderer Software trifft, darüber lässt sich sicher streiten.
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Die GEMA hat eine einstweilige Verfügung gegen die Download-Seite mp3flat.com erwirkt. Zuvor hatte das Unternehmen, das seinen Dienst mit dem Slogan "Sei clever und lade legal Musik" bewirbt, auf eine Abmahnung noch mit lediglich einer Umgestaltung des eigenen Angebotes reagiert. Dies hielt das Landgericht Köln nun aber weder für clever noch für legal: die einstweilige Verfügung verbietet dem Unternehmen das weitere massenhafte Verbreiten von Radiomitschnitten. Das Geschäftsmodell von mp3flat.com sei nicht von dem Recht auf Privatkopie gedeckt.

Die Pressemitteilung der GEMA.
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Die Free Software Foundation Europe (FSFE) hat eine neue Lizenzvereinbarung ausgearbeitet.
Mit der treuhänderischen Lizenzvereinbarung „Fiduciary Licence Agreement“ (FLA) können Autoren freier Software die FSFE zum Treuhänder in juristischen Angelegenheiten machen.

Dabei werden der FSFE sämtliche Verwertungsrechte an der Software und deren Source Code übertragen, die wiederum einfache Nutzungsrechte an die Endanwender vergibt. Das Prinzip ähnelt somit dem Modell der Verwertungsgesellschaften, wie man es aus anderen Bereichen des Urheberrechts kennt.
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