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Ärger mit der Telekom: Konkurrenten üben sich in Geduld

Wer in letzter Zeit einen neuen Telefonanschluss bestellt hat, der kann vermutlich ein Lied davon singen: von den elendlangen Wartezeiten, die es gilt auszuharren, bis der Anschluss endlich benutzbar ist. Erst recht, wenn der Telefonanbieter eines der neueren Telekommunikations-Unternehmen ist – und nicht die Telekom.

Warum ein Kunde von 1&1 beispielsweise bis zu 3 Monate, ein Telekom-Besteller dagegen nur eine Woche warten muss? Laut FTD könnte sich dahinter eine Strategie des früheren Monopolisten verbergen: Wettbewerber ausbremsen.
Die Telekom ist aufgrund ihrer früheren Monopolstellung alleinige Inhaberin des letzten Abschnitts der Telekommunikationsübermittlung, der sog. Teilnehmeranschlussleitung (TAL). Diese Leitung geht von dem Haushalt der Kunden bis zum nächsten Knotenpunkt, der Ortsvermittlungsstelle. Die Konkurrenzunternehmen der Telekom besitzen keine derartigen Leitungen auf dieser „letzten Meile“. Sie haben lediglich ein Recht darauf, dass ihnen die Telekom den Zugang hierzu gewährt. Der Zugang zur TAL wird benötigt um den Telefonanschluss bereitzustellen.

Aktuell ist es zwar so, dass die Telekom den Wettbewerbern den Zugang ermöglicht. Nur dauert es eben sehr lange. Die konkurrierenden Unternehmen, die oftmals günstigere Tarife anbieten, können daher ihre Nachfrage schier nicht bewältigen. Und die Kunden sind verärgert – allein über die Alternativanbieter. Bevor das Vertragsverhältnis wirklich zu laufen beginnt, werden Verträge oftmals wieder gekündigt. Arcor kündigt deshalb an, nun Schadensersatzansprüche geltend zu machen.

Neben einer möglichen Diskriminierungsstrategie der Telekom lassen sich für diesen Misstand aber auch weitere Gründe anführen: Zum einen steigt das Interesse der Verbraucher an Anschlüssen der Konkurrenten. Dies liegt möglicherweise daran, dass diese neben günstigeren Internetangeboten seit kurzem auch, zum Beispiel als Komplettpaket, Telefonanschlüsse zur Verfügung stellen. Zum anderen verfolgt die Telekom eine neue Preisstrategie mit günstigen Paketangeboten, weshalb sie selbst viele neue Aufträge zu bearbeiten hat.

Abhilfe kann vielleicht die Bundesnetzagentur leisten. Diese arbeitet bereits an einem Rahmenvertrag zur Regulierung der Anschlussbereitstellung. Mit dessen Fertigstellung kann möglicherweise noch dieses Jahr gerechnet werden.

„Kein Anschluss unter dieser Nummer“ (FTD).

Pressemitteilung des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (BREKO).

, Telemedicus v. 27.11.2007, https://tlmd.in/a/533

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