Dienstag, 29. Januar 2008, von Simon Möller
 Als Arcor kürzlich all seinen Kunden den Zugang zu einem Web-Pornoanbieter sperrte, stieß das Unternehmen bei seinen Kunden nur auf Unverständnis. Kaum einer der betroffenen Kunden konnte oder wollte nachvollziehen, wieso sich der Access-Provider zur Sperrung rechtlich verpflichtet sah. Wie sich nachher herausstellte, war dem auch nicht so: Das deutsche Jugendschutzrecht verlangt nicht von Access-Providern, rechtswidrige Internetseiten für die eigenen Kunden zu sperren. Die rechtlichen Hintergründe erklärt Kai Welp, Doktorand am Institut für ITM in Münster.
Zum J!Cast 50 - Zur Sperrungspflicht von Zugangsprovidern im Internet.
Dienstag, 22. Januar 2008, von Anja Assion
Das Potential von Online-Werbung, vor allem in Social Networks, wird derzeit in höchsten Tönen gepriesen: Durch persönliche Angaben in Nutzer-Profilen ließen sich genaue Informationen über die Begehren potentieller Kunden gewinnen. Werbung könne mithilfe dieser Daten zielgerichteter und treffsicherer an den Mann gebracht werden. Doch sind diese Überlegungen richtig? Stephan Noller, Experte für Online-Werbung, erklärt gegenüber Technology Review seine Bedenken. Er bezweifelt die Effektivität und kritisiert den oftmals missbräuchlichen Umgang mit persönlichen Kundendaten:
Kleinste Zielgruppen zu buchen könnte theoretisch tatsächlich funktionieren, zum Beispiel wenn ein Dessous-Laden regional werben will. Doch schon an diesem einfachen Beispiel tun sich Probleme auf: Sollen Frauen oder Männer angesprochen werden? Werden die Leute überhaupt "Dessous" als Interesse in Ihr StudiVZ-Profil eintragen? Und wenn ja – werden das diejenigen sein, die tatsächlich am Kauf von Dessous interessiert sind? Man sieht also: So einfach wie das klingt, ist es nicht – selbst wenn es überhaupt keine Datenschutzbedenken gäbe.
Zu dem Interview bei Technology Review.
Nachdem der EuGH erst im September letzten Jahres das Urteil des EuG und die Geldbuße von rund 500 Millionen Euro bestätigte, ist die Europäische Kommission erneut auf Microsoft aufmerksam geworden. Laut einer Pressemitteilung der Kommission wurden gleich zwei neue Verfahren gegen Microsoft eingeleitet.
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Dienstag, 15. Januar 2008, von Anja Assion
Vielleicht das größte Strafverfahren, das die deutsche Medienlandschaft miterlebt hat, beginnt heute vor dem Wiesbadener Landgericht: Aleksander Ruzicka, früherer Manager des Werbekonzerns Aegis Media, soll über 50 Millionen Euro seines Unternehmen veruntreut haben.
Die Branche ist nervös: "Es gibt keinen, der von dem Verfahren nicht direkt oder indirekt betroffen ist", sagt ein C. Immerhin dürfte das Verfahren einen detaillierten Einblick in die komplizierten und teils undurchsichtigen Abläufe und Gepflogenheiten der Branche bieten: Bis Mitte März, so schätzt das Landgericht, werden die Staatsanwälte durchleuchten, wer an den milliardenschweren Werbebudgets der Konzerne verdient, was es mit Rabatten und Freischaltungen auf sich hat - und ob Ruzicka das System für sich ausgenutzt hat.
Mehr zu dem Thema: "Werbestar Ruzicka auf der Anklagebank", bei der FTD.
Dienstag, 8. Januar 2008, von Simon Möller
Einige hatten es ja schon erwartet: Der Beck-Verlag legt ein eigenes Weblog auf. Insgesamt vier Blogger veröffentlichen seit Mitte Dezember unter blog.beck.de.
Es bloggen unter anderem Dr. Axel Spies (Telekommunikationsrecht, MMR-Herausgeber) und Prof. Dr. Thomas Hoeren (Informationsrecht, Direktor der zivilrechtlichen Abteilung des Instituts für ITM in Münster).
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Die Betreiber des Studentenportals StudiVZ haben sich von den Anwälten getrennt, die für die umstrittenen neuen AGB zuständig waren. Nach Informationen der FAZ sei der entsprechenden Kanzlei das Mandat bereits entzogen. Geschäftsführer Marcus Riecke:
„Die juristischen Texte waren in entscheidenden Details nicht sauber formuliert. Deshalb haben wir uns von der Kanzlei getrennt.“
Die Details in der FAZ.
Telemedicus zu den rechtlichen Problemen bei der AGB-Änderung.
Donnerstag, 13. Dezember 2007, von Anja Assion
Stichtag war der 12. Dezember: Bis dahin mussten die neuen Regelungen der „Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken“ in allen EU-Mitgliedsstaaten angewendet werden. Doch in Deutschland ist noch alles beim Alten. Wie und wann erfolgt aber die Umsetzung in deutsches Recht? Und was verbirgt sich hinter dem sperrigen Namen der Richtlinie? Im Folgenden haben wir die Ziele der Richtlinie, ihre Anwendbarkeit und ihren Inhalt in einem Überblick zusammengefasst.
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Werbung ist der Finanzierungsmotor im Internet und wird allem Anschein nach in Zukunft eine beherrschende Rolle einnehmen. Kürzlich erklärte Microsoft-Firmenchef Steve Ballmer auf einem Aktionärstreffen, dass das Unternehmen seine Einnahmen im Werbebereich massiv steigern wolle. Auch Google baut immer stärker auf die Werbeoption, neuerdings auch im Mobilfunkgeschäft.
Mehr Werbung bei „social networks“
Größtenteils auf Werbung verzichtet haben bisher die Sozialen Netzwerke. Hier ist seit einiger Zeit jedoch Veränderung in Sicht. Bestimmte Werbepraktiken sind aber gerade in YouTube, StudiVZ, Facebook & Co nicht ganz unumstritten.
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Samstag, 1. Dezember 2007, von Anja Assion
Nächste Woche findet in Münster vom 5.-8. Dezember eine Fachtagung zu dem Thema „Internetökonomie und Ethik“ statt. Eingeladen wurden Referenten der verschiedensten Disziplinen, darunter Wirtschaftswissenschaftler, Juristen, Philosophen, Informatiker und Theologen aus ganz Deutschland. In den Vorträgen geht es zum Beispiel um „Demokratie, Zensur und Kontrolle des Internets“, um „Digital divide“ und um „Die Entstehung von Vertrauen beim elektronischen Handel“. Neben den Referaten soll es vor allem Gelegenheit zur gemeinsamen Diskussion geben.
Wer an einer Teilnahme interessiert ist, kann sich via E-Mail anmelden – noch gibt es freie Plätze! Weitere Informationen können auf der Homepage des Veranstalters, der Akademie Franz-Hitze-Haus, eingesehen werden.
Samstag, 1. Dezember 2007, von Simon Möller
„Google - Behind the Screen“ behandelt Gegenwart und Zukunft der wichtigsten Internetfirma des 21. Jahrhunderts.
Im Interview: Marissa Meyer, Google Vice President
Der Film schneidet einige der Hauptprobleme an, die Google derzeit auf rechtlicher Ebene hat: Datenschutzrecht, Fusionskontrolle, rundfunkrechtliche Vielfaltsregulierung. Zu Wort kommen sowohl namhafte Kritiker von Google als auch hochrangige Mitarbeiter des Unternehmens. Eine sehr sehenswerte Dokumentation, produziert von Ijsbrand van Veelen und zur Verfügung gestellt von - Google Video. Nach dem Klick.
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