Google und die WLAN-Erfassung
Donnerstag, 22. April 2010, von Adrian Schneider
Kommentare
Das iPhone übermittelt übrigens ebenso alle gefundenen Wlan Netze in seiner Umgebung bei vorhandener Position über Netzmasten/GPS ungefragt an Skyhook (Quelle: CCC Vortrag bzw. Wireshark Sniffing)
Ich wohne auf dem Lande. Wenn Google vor meinem Haus ein WLAN-Netz findet, dann ist völlig klar, wem das gehört. Grundsätzlich habe ich nix dagegen, dass das so ist! Aber wieso zum Geier sollte einer beliebigen Aktiengesellschaft gestattet werden dieses private Datum in einer Datenbank zu speichern?
Mir geht es nicht um die Sichtbarkeit meines Netzes sondern darum dass diese Daten in irgendeiner Datenbank verschwinden, dass mir niemand freiwillig sagt, wie lange sie dort gespeichert werden und hauptsächlich dass mir niemand sagt, mit welchen anderen Daten sie kombiniert werden.
Mir geht es nicht um die Sichtbarkeit meines Netzes sondern darum dass diese Daten in irgendeiner Datenbank verschwinden, dass mir niemand freiwillig sagt, wie lange sie dort gespeichert werden und hauptsächlich dass mir niemand sagt, mit welchen anderen Daten sie kombiniert werden.
Ich schliesse mich der EInschätzungi m Artikel an, die sich mit meiner gestrigen sehr kurzen Einschätzung deckt:
http://www.ferner-alsdorf.de/2010/04/google-streetview-scannte-auch-private-wlan/
Was mir nicht gefällt ist, dass es nicht von Anfang an bekannt gegeben wurde. Und in der Tat (Wie Kommentator "Heiner") finde ich es nicht gut, wenn ein Unternehmen solche Daten hortet. Dennoch - und das stelle ich als jemand fest, der von Anfang an rechtliche Bedenken gegen Streetview geäußert hat - sehe ich in diesem konkreten Fall weniger ein rechtliches oder sicherheitstechnisches Problem. Das ändert aber nichts daran, dass mir mulmig ist und ich es schlichtweg nicht gut finde und auch gar nicht will.
http://www.ferner-alsdorf.de/2010/04/google-streetview-scannte-auch-private-wlan/
Was mir nicht gefällt ist, dass es nicht von Anfang an bekannt gegeben wurde. Und in der Tat (Wie Kommentator "Heiner") finde ich es nicht gut, wenn ein Unternehmen solche Daten hortet. Dennoch - und das stelle ich als jemand fest, der von Anfang an rechtliche Bedenken gegen Streetview geäußert hat - sehe ich in diesem konkreten Fall weniger ein rechtliches oder sicherheitstechnisches Problem. Das ändert aber nichts daran, dass mir mulmig ist und ich es schlichtweg nicht gut finde und auch gar nicht will.
Ich sehe es an sich auch unproblematisch. Klar hätte google das bekannt geben können. Haben sie aber nicht. Und? Welcher Schaden ist gleich nochmal entstanden? Die Daten sind (noch) nicht publiziert und der Hype um die Erfassung hat doch eher Vorteile als Folge: Leute die ein ungesichertes WLAN haben, werden sich nun doch wohl eher darum kümmern, das zu ändern.
Und wenn sich trotzdem jemand daran stört, soll er sein Netz verstecken, es ggf. umbenennen, die Sendeleistung minimieren oder - für die ganz Paranoiden - sich Kabel in die Wohnung legen.
PS: Und nicht vergessen: Autokennzeichen überkleben. Könnte ja jemand beim Vorbeigehen sehen (Benutzen kann er das Auto trotzdem nicht - ist ja "verschlüsselt")...
Und wenn sich trotzdem jemand daran stört, soll er sein Netz verstecken, es ggf. umbenennen, die Sendeleistung minimieren oder - für die ganz Paranoiden - sich Kabel in die Wohnung legen.
PS: Und nicht vergessen: Autokennzeichen überkleben. Könnte ja jemand beim Vorbeigehen sehen (Benutzen kann er das Auto trotzdem nicht - ist ja "verschlüsselt")...
Zitat Heiner:
Ich wohne auf dem Lande. Wenn Google vor meinem Haus ein WLAN-Netz findet, dann ist völlig klar, wem das gehört. Grundsätzlich habe ich nix dagegen, dass das so ist! Aber wieso zum Geier sollte einer beliebigen Aktiengesellschaft gestattet werden dieses private Datum in einer Datenbank zu speichern?
Wie gesagt: Es steht Ihnen frei, Ihr WLAN für Google unsichtbar zu machen. Und der Name und die Position des WLANs mögen vielleicht noch einem einzelnen Haus zuzuordnen sein, einer Person in diesem Haus allerdings nicht. Und ob Google solch ländliche Gebiete erfassen wird, weiß ja auch noch niemand.
Im Übrigen gehe ich davon aus, dass Google diese WLAN-Erfassung vor allem zur Geolokalisierung sammelt, siehe der Hinweis von Spiegel Online auf die Technologie des Fraunhofer Instituts (http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,528797,00.html). In diesem Fall wäre ein einzelnes WLAN auf dem Lande auch vollkommen nutzlos für Google, weil man zur Triangulation mindestens drei benötigt.
Zitat Jens:
Was mir nicht gefällt ist, dass es nicht von Anfang an bekannt gegeben wurde.
Ich glaube, das ist ein reines PR-Problem von Google gewesen, denn es war ja nie ein Geheimnis. In der englischsprachigen Wikipedia steht das zum Beispiel gleich in der Einleitung und das nicht erst seit gestern. Ich vermute, Google hat das WLAN-Scannen einfach nicht als Problem gesehen. Hätte ich ehrlich gesagt bis gestern auch nicht.
Zitat Jens:
Das ändert aber nichts daran, dass mir mulmig ist und ich es schlichtweg nicht gut finde und auch gar nicht will.
Das Datenschutzrecht ist aber nicht dazu da, um Technologien zu blockieren, bei denen man "irgendwie ein dummes Gefühl" hat. Genau dazu wird es aber m.E. gerne versuchsweise herangezogen. Und das halte ich für gefährlich, weil der Datenschutz durch genau sowas banalisiert wird.
Kein Unternehmen posaunt gerne raus woran gerade gearbeitet, geforscht oder gebastelt wird. Das Recht schützt solche Informationen uU als Betriebsgeheimnis. Aus welchen Grund sollte Google solche Informationen verbreiten aktiv verbreiten wollen/sollen/müssen.
Es war schon eine Weile bekannt, da aufmerksame Leute einen Blick auf die Autos geworfen hat. Dass Google der Konkurrenz nicht auf die Nase bindet von Ihr gerade unabhängiger zu werden ist legitim.
Es war schon eine Weile bekannt, da aufmerksame Leute einen Blick auf die Autos geworfen hat. Dass Google der Konkurrenz nicht auf die Nase bindet von Ihr gerade unabhängiger zu werden ist legitim.
Ein alter Hut:
http://events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/events/3600.en.html
Die Millionen an Iphone-Nutzern Deutschlands scannen tagaus tagein die WLANs des Landes. Herr Schaar kommt, mit Verlaub, aus dem Mußtopf.
http://events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/events/3600.en.html
Die Millionen an Iphone-Nutzern Deutschlands scannen tagaus tagein die WLANs des Landes. Herr Schaar kommt, mit Verlaub, aus dem Mußtopf.
Das mit dem "Unsichtbarmachen" ist aber eigentlich verkehrt. Das ist nämlich eine Funktionalität, die der Standard, nach dem gefunkt wird, nicht vorsieht. D.h. also standardkonforme WLAN-Geräte müssen das Deaktivieren des Beacon-Versands nicht zwangsläufig unterstützen. Mit der Freiwilligkeit ist das an dieser Stelle dann eben nicht so weit her.
Welche Technologie soll hier denn blockiert werden?
Und beim Datenschutz geht es um den Schutz des Persönlichkeitsreichts (siehe Volkszählungsurteil).
Wenn also die Möglichkeit besteht, dass ein Datum einer Person zugeordnet werden kann, dann findet das BDSG Anwendung.
Ich finde nicht, das durch den "Aufschrei" das Gesetz banalisiert wird, sondern es muss die Awareness geschaffen werden, das vor der Einführung / Umsetzung einer Maßnahme die Datenschutzaspekte ausgiebig gewürdigt werden. Die wollen einige Personen und Konzerne nicht so ganz akzeptieren und dann muss man auch bei kleineren Abweichung den Zeigefinger heben.
Und beim Datenschutz geht es um den Schutz des Persönlichkeitsreichts (siehe Volkszählungsurteil).
Wenn also die Möglichkeit besteht, dass ein Datum einer Person zugeordnet werden kann, dann findet das BDSG Anwendung.
Ich finde nicht, das durch den "Aufschrei" das Gesetz banalisiert wird, sondern es muss die Awareness geschaffen werden, das vor der Einführung / Umsetzung einer Maßnahme die Datenschutzaspekte ausgiebig gewürdigt werden. Die wollen einige Personen und Konzerne nicht so ganz akzeptieren und dann muss man auch bei kleineren Abweichung den Zeigefinger heben.
Zitat Hans-Werner:
D.h. also standardkonforme WLAN-Geräte müssen das Deaktivieren des Beacon-Versands nicht zwangsläufig unterstützen.
Danke für die Ergänzung. Am Ergebnis ändert das m.E. aber nichts. Denn erstens unterstützen die meisten handelsüblichen Access-Points dennoch dieses Feature, zweitens wird das "Unsichtbarmachen" des WLANs nur dann entscheidend, wenn man dem Netz seinen Namen geben möchte und es gleichzeitig nicht jedermann mitteilen möchte.
Zitat Micha:
Und beim Datenschutz geht es um den Schutz des Persönlichkeitsreichts (siehe Volkszählungsurteil).
Genau hier bezweifle ich, dass eine Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechtes vorliegt, wenn jemand selbst bewusst seinen Namen der Öffentlichkeit mitteilt. Im Gegenteil halte ich es für einen Teil der informationellen Selbstbestimmung, dass man dazu das Recht hat.
Zitat Micha:
Wenn also die Möglichkeit besteht, dass ein Datum einer Person zugeordnet werden kann, dann findet das BDSG Anwendung.
Wir haben hier den Fall, wo massenhaft datenschutzrechtlich nicht relevante Informationen erhoben werden. Nur in bestimmten Sonderkonstellationen, wo der betroffene Bürger selbst zu einem Personenbezug beigetragen hat, kann ausnahmsweise in einem Bruchteil aller Fälle möglicherweise mal eine datenschutzrechtliche Relevanz entstehen. Ich meine, dass das sehr wohl berücksichtigt werden muss. Denn auch das BDSG unterliegt dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Auch wenn einfachgesetzlich oftmals keine Abwägung vorgesehen ist, halte ich sie verfassungsrechtlich für geboten.
Ja, da war ich etwas kurz angebunden: In der Sache stimme ich zu. Ich würde gern ein paar vergleichende Beispiele bringen: Z.B. schreibe ich groß meinen Namen auf den aufgespannten Regenschirm und klage dann gegen Luftbilder. Oder ich mähe meinen Namen in den Rasen und beschwere mich ebenso. Oder ich gebe hier im Forum meinen richtigen vollständigen Namen an und beschwere mich über die Suchmaschinenindizierung. Etc.pp. -- letztlich ist die Konfiguration der SSID nicht mal ein Feld, bei dem typischerweise nach dem Namen des Besitzers gefragt wird. Wer ein Funknetz dazu verwendet, ständig weithin "hörbar" seinen Namen in die Welt zu rufen, begibt sich wohl auch eines großen Teils seines Schutzinteresses.
Übrigens dürfte es Google völlig reichen -- und deshalb halte ich es auch für nicht ganz unwahrscheinlich, dass die Aussagen seitens Google auch dahingehend zu deuten sind -- einfach Hash-Werte von SSID und MAC zu speichern. Womit auch datenschutzrechtlich die Luft 'raus sein sollte.
Übrigens dürfte es Google völlig reichen -- und deshalb halte ich es auch für nicht ganz unwahrscheinlich, dass die Aussagen seitens Google auch dahingehend zu deuten sind -- einfach Hash-Werte von SSID und MAC zu speichern. Womit auch datenschutzrechtlich die Luft 'raus sein sollte.
Diese Diskussion berücksichtigt nicht, dass Google (und alle anderen, die die selben Daten erheben und nutzen) die eventuell personenbezogenen Daten gar nicht veröffentlichen!
Sie werden lediglich in eine Datenbank eingetragen, die live abgeglichen wird mit den Daten, die ein nutzendes Smartphone, Netbook oder Notebook an den Betreiber sendet.
Wegen der fehlenden Veröffentlichung ist doch höchst fraglich, ob das BDSG überhaupt betroffen ist - selbst wenn wir mal annehmen, dass es sich im Einzelfall durchaus um personenbeziehbare Daten handelt und keine (konkludente) Einwilligung vorliegt.
Sie werden lediglich in eine Datenbank eingetragen, die live abgeglichen wird mit den Daten, die ein nutzendes Smartphone, Netbook oder Notebook an den Betreiber sendet.
Wegen der fehlenden Veröffentlichung ist doch höchst fraglich, ob das BDSG überhaupt betroffen ist - selbst wenn wir mal annehmen, dass es sich im Einzelfall durchaus um personenbeziehbare Daten handelt und keine (konkludente) Einwilligung vorliegt.
Zitat Marc B.:
Wegen der fehlenden Veröffentlichung ist doch höchst fraglich, ob das BDSG überhaupt betroffen ist
Für eine Anwendbarkeit des BDSG kommt es nicht darauf an, ob die Daten auch veröffentlicht werden. Schon die Erhebung von personenbezogenen Daten untersteht dem Verbot mit Erlaubnisvorbehalt.
@adrian
Ganz genau, das möchte ich mir keineswegs von Google vorschreiben lassen. Die Sichtbarkeit von WLAN-Netzten hat doch durchaus seinen praktischen Sinn.
Du wohnst offenbar in einem großen Haus voller Leute in einer großen Stadt voller Leute
> Wie gesagt: Es steht Ihnen frei, Ihr WLAN für Google unsichtbar zu machen.
Ganz genau, das möchte ich mir keineswegs von Google vorschreiben lassen. Die Sichtbarkeit von WLAN-Netzten hat doch durchaus seinen praktischen Sinn.
> Und der Name und die Position des WLANs mögen vielleicht noch einem einzelnen Haus zuzuordnen sein, einer Person in diesem Haus allerdings nicht. Und ob Google solch ländliche Gebiete erfassen wird, weiß ja auch noch niemand.
Du wohnst offenbar in einem großen Haus voller Leute in einer großen Stadt voller Leute
@Adrian
Ich glaube nicht, das Google die WLANs mit Windows Mitteln identifiziert. Und dann bringt es auch nichts die SSID nicht mitzusenden. Ihr werdet trotzdem gefunden...
Ich glaube nicht, das Google die WLANs mit Windows Mitteln identifiziert. Und dann bringt es auch nichts die SSID nicht mitzusenden. Ihr werdet trotzdem gefunden...
Oje, ich hoffe sehr, dass Du bei Thema Datensicherheit nicht wirklich auf das Konzept "Glauben" vertraust ...
Ja das Konzept glauben ist bei der Datensicherheit sicherlich ein Thema für sich!
Informationen sind Macht! Das war schon immer so und niemand gibt freiwiillig seine Macht her.
Informationen sind Macht! Das war schon immer so und niemand gibt freiwiillig seine Macht her.







Tadaa da ist schon der n?chste Google-Skandal und einmal mehr geht es dabei um die Aktion Street View. Datensch?tzer haben herausgefunden, dass Google nicht nur H?user fotografiert, sondern auch deren WLAN-Netzwerke ausspioniert und...
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Aufgenommen: 24.04.2010, 16:04h