Heilmann gegen Wikimedia: Die wichtigsten Fakten (Update)
Sonntag, 16. November 2008, von Simon Möller
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Die Pressemitteilung von Wikimedia e.V.:
Zitat:
Wissen auf der Waage
Lutz Heilmann, MdB (Die Linke) erwirkt einstweilige Verfügung gegen Wikimedia Deutschland. Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V. erhielt am Freitag, den 14.11.2008 die einstweilige Verfügung durch das Landgericht Lübeck. Die Verfügung untersagt es dem Verein „die Internetadresse wikipedia.de auf die Internetadresse de.wikipedia.org weiterzuleiten“, solange in der freien Enzyklopädie bestimmte Äußerungen über Lutz Heilmann vorgehalten werden. Wikimedia wird gegen den Beschluss Widerspruch einlegen.
„Die Aufhebung der Weiterleitung von wikipedia.de auf de.wikipedia.org ist für uns eine unverständliche Maßnahme besonders, da wir Herrn Lutz Heilmann bereits darüber informiert hatten, dass der Verein Wikimedia Deutschland nicht für die Inhalte der Wikipedia verantwortlich ist und auch keinen Einfluss auf die Artikel der freien Enzyklopädie hat,“ erklärt Kurt Jansson, Erster Vorsitzender Wikimedia Deutschland.
Wikimedia ist ein unabhängiger und gemeinnütziger Verein, der Wikipedia durch zahlreiche Projekte unterstützt und über die Anwendung aufklärt. Der Betreiber der Online-Enzyklopädie und anderer Schwesterprojekte ist die Wikimedia Foundation mit Sitz in San Francisco. Seit Anfang November läuft auf den Seiten eine Spendenkampagne, die darauf aufmerksam machen soll, dass die unabhängige und werbefreie Wikipedia und weitere Projekte wie beispielsweise Wikimedia Commons, Wikisource und Wikibooks, nur durch freie Mitarbeit und Spenden möglich sind.
Die Stärke von Wikipedia liegt im freiwilligen Engagement von Menschen aller Altersstufen, aus allen Kontinenten und unterschiedlichen Kulturen, die einen Teil ihrer Zeit oder ihres Geldes dafür aufwenden, das Wissen der Menschheit allen Menschen auf der Welt frei zugänglich zu machen. Durch diese Unterstützung ist es Wikipedia gelungen, in wenigen Jahren nicht nur eine der 10 beliebtesten Websites weltweit zu werden, sondern auch die größte Enzyklopädie der Welt. Weit über 820.000 Artikel enthält derzeit allein die deutschsprachige Version.
Lutz Heilmann, MdB (Die Linke) erwirkt einstweilige Verfügung gegen Wikimedia Deutschland. Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V. erhielt am Freitag, den 14.11.2008 die einstweilige Verfügung durch das Landgericht Lübeck. Die Verfügung untersagt es dem Verein „die Internetadresse wikipedia.de auf die Internetadresse de.wikipedia.org weiterzuleiten“, solange in der freien Enzyklopädie bestimmte Äußerungen über Lutz Heilmann vorgehalten werden. Wikimedia wird gegen den Beschluss Widerspruch einlegen.
„Die Aufhebung der Weiterleitung von wikipedia.de auf de.wikipedia.org ist für uns eine unverständliche Maßnahme besonders, da wir Herrn Lutz Heilmann bereits darüber informiert hatten, dass der Verein Wikimedia Deutschland nicht für die Inhalte der Wikipedia verantwortlich ist und auch keinen Einfluss auf die Artikel der freien Enzyklopädie hat,“ erklärt Kurt Jansson, Erster Vorsitzender Wikimedia Deutschland.
Wikimedia ist ein unabhängiger und gemeinnütziger Verein, der Wikipedia durch zahlreiche Projekte unterstützt und über die Anwendung aufklärt. Der Betreiber der Online-Enzyklopädie und anderer Schwesterprojekte ist die Wikimedia Foundation mit Sitz in San Francisco. Seit Anfang November läuft auf den Seiten eine Spendenkampagne, die darauf aufmerksam machen soll, dass die unabhängige und werbefreie Wikipedia und weitere Projekte wie beispielsweise Wikimedia Commons, Wikisource und Wikibooks, nur durch freie Mitarbeit und Spenden möglich sind.
Die Stärke von Wikipedia liegt im freiwilligen Engagement von Menschen aller Altersstufen, aus allen Kontinenten und unterschiedlichen Kulturen, die einen Teil ihrer Zeit oder ihres Geldes dafür aufwenden, das Wissen der Menschheit allen Menschen auf der Welt frei zugänglich zu machen. Durch diese Unterstützung ist es Wikipedia gelungen, in wenigen Jahren nicht nur eine der 10 beliebtesten Websites weltweit zu werden, sondern auch die größte Enzyklopädie der Welt. Weit über 820.000 Artikel enthält derzeit allein die deutschsprachige Version.
"Viele Anwälte kennen nicht einmal die Organisationsstruktur hinter der Wikipedia" - das ist aber nun weiß Gott nicht die Schuld von Wikipedia. In jedem Artikel ist ein Link auf das Impressum, und dort steht klar und deutlich, dass die Wikimedia Foundation in den USA die Betreiberin der Website ist. Ein Anwalt, dessen Internetkompetenz nicht ausreicht, um diesen Link zu finden, sollte seine Tätigkeit wohl besser auf andere Rechtsgebiete verlegen.
"ist rechtlich nur sehr schwer zuzugreifen" - das klingt so, als würden sich die Betreiber bewusst in einen möglichst rechtsfreien Raum verkriechen. Nichts wäre falscher - die Wahl des Standorts USA liegt allein an der Tatsache, dass dieses internationale Projekt von US-Amerikanern gegründet wurde, und es handelt sich dabei um einen Staat mit einem funktionierenden Rechtssystem. Für Deutsche dürfte es immerhin noch wesentlich einfacher sein, dort einen Anwalt einzuschalten und zu seinem Recht zu kommen, als in Norwegen, Burma oder auf den Bahamas.
Ansonsten ein Artikel, der sich durch seine Kompetenz wohltuend von den allermeisten Blogeinträgen und Presseberichten zu diesem Fall abhebt.
"ist rechtlich nur sehr schwer zuzugreifen" - das klingt so, als würden sich die Betreiber bewusst in einen möglichst rechtsfreien Raum verkriechen. Nichts wäre falscher - die Wahl des Standorts USA liegt allein an der Tatsache, dass dieses internationale Projekt von US-Amerikanern gegründet wurde, und es handelt sich dabei um einen Staat mit einem funktionierenden Rechtssystem. Für Deutsche dürfte es immerhin noch wesentlich einfacher sein, dort einen Anwalt einzuschalten und zu seinem Recht zu kommen, als in Norwegen, Burma oder auf den Bahamas.
Ansonsten ein Artikel, der sich durch seine Kompetenz wohltuend von den allermeisten Blogeinträgen und Presseberichten zu diesem Fall abhebt.
Problematisch an der eV ist, dass die im (vermutlich) wörtlichen Zitat des Tenors genannte "Weiterleitung" auf die org-Domain gar nicht existiert. Gesetzlich ist der Richer nicht verpflichtet, das selbst zu überprüfen, aber bevor man eine Wikimedia-Seite sperrt, hätte er das ruhig tun können.
Unter wikipedia.de lag vor der Sperrung eine Suchmaschine, die das Suchen in den verschiedenen Sprachausgaben des deutschsprachigen Raums bot (Deutsch, Plattdeutsch, Allemannisch, Bairisch, Sorbisch und so weiter). Bei einer Suchmaschine ist das Ergebnis aber von der Eingabe des Benutzers abhängig, es ist völlig abwegig, den Anbieter der Suchmaschine für das Suchergebnis verantwortlich zu machen.
Unter wikipedia.de lag vor der Sperrung eine Suchmaschine, die das Suchen in den verschiedenen Sprachausgaben des deutschsprachigen Raums bot (Deutsch, Plattdeutsch, Allemannisch, Bairisch, Sorbisch und so weiter). Bei einer Suchmaschine ist das Ergebnis aber von der Eingabe des Benutzers abhängig, es ist völlig abwegig, den Anbieter der Suchmaschine für das Suchergebnis verantwortlich zu machen.
@Marc Behrends:
Sag das nicht. Es gibt immer wieder Bestrebungen, Suchmaschinenbetreiber haftbar zu machen. Googel (Was für ein komisches Wort; Da muss ich mich erst dran gewöhnen...) mal nach "Haftung" und "Suchmaschinenbetreiber". Es gibt Urteile, nach denen auch ein Suchmaschinenbetreiber unter ganz bestimmten Umständen für die Ergebnisse haftet.
Sag das nicht. Es gibt immer wieder Bestrebungen, Suchmaschinenbetreiber haftbar zu machen. Googel (Was für ein komisches Wort; Da muss ich mich erst dran gewöhnen...) mal nach "Haftung" und "Suchmaschinenbetreiber". Es gibt Urteile, nach denen auch ein Suchmaschinenbetreiber unter ganz bestimmten Umständen für die Ergebnisse haftet.
Zitat tmoi:
das klingt so, als würden sich die Betreiber bewusst in einen möglichst rechtsfreien Raum verkriechen.
So habe ich das aber nicht verstanden und ich gehe auch nicht davon aus, dass es so gemeint ist. Fakt ist aber tatsächlich, dass es ziemlich schwer ist, aus Deutschland rechtlich auf "die Wikipedia" Einfluss zu nehmen. Und genau deshalb sind in Deutschland in der Vergangenheit mehrfach Leute gegen Wikimedia Deutschland und die Domain wikipedia.de vorgegangen. Und in dem Kontext muss man auch diesen Satz im Artikel verstehen.
@Marc Behrends:
Wobei ja auch genau wieder fraglich ist, ob es sich bei der Suchmaschine nicht doch um eine "Weiterleitung" handelt. Hier wird ja kein freier, fremder Index durchsucht, sondern eine feste Datenbank. Wenn der Nutzer das richtige Stichwort eingibt, ist er mit einem Klick auf dem richtigen Wikipedia-Artikel - genau so, als ob er das Suchwort auf der eigentlichen Startseite eingegeben hätte.
Wobei ja auch genau wieder fraglich ist, ob es sich bei der Suchmaschine nicht doch um eine "Weiterleitung" handelt. Hier wird ja kein freier, fremder Index durchsucht, sondern eine feste Datenbank. Wenn der Nutzer das richtige Stichwort eingibt, ist er mit einem Klick auf dem richtigen Wikipedia-Artikel - genau so, als ob er das Suchwort auf der eigentlichen Startseite eingegeben hätte.





